Autor: Baut
Niki sucht „händeringend“ nach ein paar Zeilen für den Block, da will man sich doch nicht sperren, insbesondere nicht zu Weihnachten, wo Nächstenliebe doch ganz oben auf der Agenda stehen sollte – gleich nach Braten, Alkohol und Geschenken.
Ein kleines Fazit der leicht verkürzten Hinrunde samt eines stümperhaft vorgetragenen philosophischen Grundgedankens zur Anhängerschaft eines professionellen Fußballvereines sollten drin sein. Also los:
Es hätte doch alles so schön sein können. Siege zu Anfang der Saison
gegen HSV II und Oberneuland, die zwar nicht fußballerisch schön, dafür
aber mit Leidenschaft erkämpft waren, ebenso ein mitreißendes Spiel
gegen das Kommerz-Bullen-Pack oder aber ein Sieg gegen den zum absoluten
Favoriten gereiften Chemnitzer FC. All dies hatte so manche, den
Autoren dieser Zeilen eingeschlossen, von einer Mannschaft träumen
lassen, die das Trikot unserer KSV nicht nur mit Körper, sondern auch
mit Herz ausfüllen wird. Leider folgten so manch bittere Stunden,
Stichwort Meuselwitz oder das letzte reguläre Spiel 2010 gegen die
Amateure von da hinten. Nach letzterem hörte ich auch von mir Sätze
sagen wie „Zum Glück weiß ich jetzt was ich nächsten Samstag nicht
machen werde!“. Auch wenn dieser Tag noch nachwirkt, wird der Vorsatz
wohl nicht lange halten, wie die meisten anderen, die sich die Mühe
machen werden diesen Text zu lesen, werde auch ich früher oder später
wiederkommen, denn zu Holstein geht man doch irgendwie immer wieder.
Bleibt Teil 2 der Weihnachtsbotschaft nach dem Sinn oder Unsinn Spiele der KSV Holstein zu besuchen. Viele Menschen im gut besuchten „Pöbelforum “ und auch bei den der KSV zumindest geographisch nahe stehenden Medien fordern in einem großen Einklang Investitionen in die Mannschaft und die sportliche Führung, um dem Graus der Regionalliga zu entkommen und noch vor der angestrebten Reform dieser wieder in die dritte Bundesliga zurückzukehren.
Das Ziel Fußball der zweiten Liga in Kiel zu bestaunen scheint so weit entfernt wie lange nicht mehr, das steht fest. Stellt sich die Frage ob es denn wirklich so ungemein wichtig ist sportlichen Erfolg zu haben? Was verändert sich also bei sportlichen Erfolgen? In erster Linie das Gehalt der Angestellten der KSV Holstein von 1900 e.V. und die Eintrittspreise ins Stadion. Darüber hinaus kommen statt dem FC Oberneuland Mannschaften wie Greuther Fürth oder 1860 München, zumindest bei heutigem Stand, das mag sportlich attraktiver sein, aber unbedingt relevant zum Gelingen des Nachmittags, respektive Abends im Stadion ist es doch nicht zwangsläufig, abgesehen natürlich davon, dass die Sitzplätze im heimischen Stadion besser gefüllt sein dürften, was allerdings auch wieder in erster Linie den hohen Angestellten zu gute kommt.
Sportlich relativ erfolgreicher Fußball wird gar nicht so weit entfernt in der Hansestadt Hamburg gespielt, dort sogar gleich bei zwei Vereinen und das lässt viele Menschen aus Schleswig-Holstein im Rausche dieser Veranstaltungen mit präsentierten Ecken und Einwechslungen in im Namen verunstalteten „Arenen“ doch gerne ihre Herkunft vergessen. Wir haben es uns aber anders ausgesucht und um zu einem Schluss zu kommen, habe ich diese Entscheidung auch nie bereut. Seit 2002 gehe ich gerne zu Holstein und bin mit all meinen Emotionen Anhänger dieses tollen Vereins, der eben toll aufgrund seiner Anhängerschaft ist und nicht wegen Titeln oder großen Stars, die dort spielen. Im Grunde geht es vielleicht auch einfach nur darum mit Freunden, Bekannten, Kumpels, Kollegen und einem Haufen Fremder eine geile Zeit mit Singen, Ärgern, Freuen und dem Genuss (Genuss ist in unserem Fall zumindest bei Heimspielen leider das falsche Wort) des einen oder anderen Bieres zu verbringen, oder?
|