Autor: valderama carlos
Letztes Auswärtsspiel
der KSV in der 3.Liga. Und aus sportlicher Sicht kann man sagen:
Trotz der Niederlage war es ein respektabler Auftritt, den Holstein
beim Aufstiegsanwärter VfL Osnabrück hingelegt hat.
Statt der von manchen
befürchteten Demontage lag man zur allgemeinen Überraschung
sogar schon nach drei Minuten in Führung. Schockstarre,
Nervenflattern unter den 16.000 Osnabrücker Zuschauern an der
ausverkauften Bremer Brücke. Und dem verunsicherten VfL fiel in
der ersten Halbzeit auch nicht viel ein gegen Kieler, die den
Vorsprung lange Zeit geschickt verteidigen konnten. Das ging recht
lange gut - doch die Offensivaktionen der bekanntlich heimstarken
Osnabrücker wurden immer drückender, so daß der VfL
das Spiel unter der Regie des starken Lindemann letztlich verdient
drehen konnte. Von Holstein kam dagegen offensiv nicht mehr viel.
Dennoch: ein ehrenwerter Auftritt der Störche, die das Spiel
lange Zeit ausgeglichen gestalten konnten.
Weniger erfreulich
dagegen die Vorgänge im – nebenbei gesagt viel zu kleinen
- Gästeblock. Hier hatte ein Teil der Holstein-Anhänger
also eine „Aktion“ vorbereitet. Und es wäre durchaus
nachvollziehbar gewesen, wenn sich der Frust nach einer völlig
mißratenen Saison in irgendeiner Form gegen die eigene
Mannschaft oder den Vorstand entladen hätte. Pfiffe gegen die
Spieler, den Trainer, „Vorstand raus!“-Rufe oder
ähnliches. Das war aber nicht der Fall.
Stattdessen wurde von
Anfang an eine rein destruktive Dauerpöbelorgie gegen Spieler,
Ordner und Fans der gegnerischen Mannschaft veranstaltet. Ohne jeden
Anlass, denn Provokationen von Osnabrücker Seite hatte es vorher
nicht gegeben. So wollte man unter dem zu Beginn lauthals verkündeten
Motto „Holstein asozial“ wohl noch mal so richtig scheiße
sein. Wenn man schon sportlich nichts mehr zu bestellen hat, muss man
wohl anderweitig auf sich aufmerksam machen. Dummheit mit Vorsatz. So
flogen dann volle Bierbecher in den benachbarten Osnabrücker
Block, permanent wurde „Lila-Weisse Osnabrücker
Scheiße“skandiert und ähnliches.
Wenn es denn mit
Durchmarsch, zweiter Liga, Klassenerhalt usw. schon nicht klappt,
wollte man jetzt also „Osna den Aufstieg versauen“. Schon
erstaunlich, wie sich die Zielvorstellungen im Laufe der Saison
gewandelt haben.
Gezündelt wurde
auch reichlich - wobei der Autor ausdrücklich nicht zu
denjenigen gehört, die sofort „Stadionverbot“
schreien, wenn es im Block mal etwas raucht und kracht. Wenn aber –
so wurde zumindest erzählt - Böller gezielt in den
benachbarten Osnabrücker Block geworfen werden, in dem sich auch
noch Kinder befinden und wenn es ganz offensichtlich nur noch darum
geht Stress (und Spielabbruch, was auch fast gelungen wäre) zu
provozieren, ist das nur noch eins: Armselig.
Ohne all das
entschuldigen zu wollen, muss aber auch klar sein: Dieser peinliche
Auftritt der (nein, einiger!) Kieler Anhänger wäre bei
einem anderen Verlauf der Saison so wohl nicht möglich gewesen.
Und ist insofern mittelbar auch ein Resultat der Fehler im „System
Holstein“, die im Vorbericht zu diesem Spiel beschrieben
wurden.
Es bleibt zu hoffen,
dass dem sportlichen Scheitern nun nicht der Niedergang der Fankultur
folgt. Der Tiefpunkt ist erreicht. Es kann eigentlich nur besser
werden.
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