Autor: n.h.
 Mehr geile Pyrobilder gibts in den KN In etwa so verliefen spätabends nach dem Spiel Gespräche unter Holsteinfans: "Das ist jetzt der absolute Tiefpunkt!" - "Bist Du sicher, dass es nicht noch schlimmer kommen kann?" - "Nee, jetzt kanns nur noch aufwärts gehen". Ein weiterer Gesprächspartner kommt hinzu und erzählt, dass Frank Neubarth zwischen KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke und Scout Jan Sandmann auf der Tribüne gesichtet wurde. "Nee, das glaub ich nicht, dass der wieder Trainer wird." Gedankenpause. Danach allgemeine Einigkeit, dass man selbst DAS bei Holstein für denkbar hält.
Später hat noch jemand ein paar VfB-Flaggen aus dem VIP-Bereich besorgt. Fahnenschwenkend werden nun Holsteinfans empfangen, die das Holsteiner Gasthaus verlassen. Einziger Kommentar zu den vermeintlichen VfB-Fans: "Ihr habt heute verdient gewonnen!".
Anderthalb Jahre ist es her, dass Peter Vollmann ohne Rückhalt bei der Vereinsführung mit relativ bescheidenen Mitteln, aber einem echten Team auf der Lübecker Lohmühle die Herbstmeisterschaft der Regionalliga Nord holte. Ein halbes Jahr später wurde mit überhaupt nicht mehr bescheidenen Mitteln der Aufstieg gefeiert. Ein weiteres Jahr später sind es eigentlich nur noch die Mitfans, die einem noch einen Anlass geben, Holsteinspiele zu besuchen. Denn sowohl in sportlicher, aber vor allem in ideeller Hinsicht ist da ansonsten nichts geblieben.
Wobei es auch auf Fanseite offensichtlich Spaltungsbemühungen gibt: Denn was anderes sind diese unsäglichen Würfe von Polenböllern als der - leider erfolgreiche - Versuch, Zwietracht zwischen den Fans zu säen? Wo doch völlig klar ist, dass sowohl "Normalfans" als auch Ultras erklärtermaßen darauf überhaupt gar keinen Bock haben. Die niederschmetterndste Szene am Pokalabend war der "Arschlöcher!"-Sprechchor von Fanblock J in Richtung Fanblock I. Man kann nur rätseln, was für ein abartiges Spiel Einzelne auf dem Rücken der großen Mehrheit der Holsteinfans spielen, die solche Szenen vermutlich mit voller Absicht provozieren.
Aber was fast genauso schlimm ist: es lenkt von den Ursachen dafür ab, warum derzeit kaum noch eine positive Identifikation mit dem Verein vorhanden ist. Und eine Ursachenforschung fängt sicherlich nicht mit den Spielern an. Denn es sind auch außerhalb des Sports nicht die "einfachen" Angestellten, wegen denen ein Unternehmen den Bach runtergeht. Es sind diejenigen, die die Entscheidungen treffen. Die das Personal zusammenstellen. Die das Marketing bestimmen. Die Strategien und Konzepte aufstellen. Die entscheidende Verantwortung für ein positives Betriebsklima tragen. Die allen Angestellten, aber darüber hinaus im Fußball noch den Fans und Sponsoren das Gefühl geben sollen, dass man am selben Strang zieht. Die durch ihre eigene Hingabe und Leidenschaft ein Vorbild sein sollten. "Teamgeist" - "Herzblut" - "Leidenschaft" - "Tradition" heißt es auf den neuen "stylischen" 3D-Mitgliedskarten der KSV.
Man hört derzeit viel von langjährigen, treuen Holsteinanhängern, aber auch von KSV-Angestellten, dass sie bitter enttäuscht sind von der fast schon provokant nach außen gezeigten emotionellen Teilnahmslosigkeit der gegenwärtigen Führungsriege bei Holstein.
Ein Glück, dass jetzt Sommerpause ist. Der Schreiber ist reif für die Insel, auch nach all diesen ganzen scheiß englischen Wochen. Falls jemand hier spontan ein wenig WM-Berichterstattung machen möchte oder anderes Interessantes anliegt: wie immer gerne. Ansonsten wird hier fürs erste bis zum Anfang der Regio-Saison auf dieser Seite nicht viel passieren. Vielleicht gibts dann auch mal wieder was positives zu berichten.
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