Autor: n.h.
 'Williiiiiiiieh!!!' Manchmal hat es auch so seine Vorteile, einen schlechten Ruf zu haben: Laut dem Blog der ASV Bergedorf - Stadionzeitung waren die Gründe für die Spielverlegung nach "Kiel-Proyensdorf" nicht nur die "labilen" Platzverhältnisse an den Sander Tannen in Bergedorf, sondern auch die drohende "Gefahr von Hooligans" aus Kiel. So kam man dann doch noch in den Genuss eines Heimspiels in Kiel, bevor die Mannschaft mitsamt neuem Trainerstab Richtung Süden fliegt. Und etwaige Befürchtungen, die berühmt-berüchtigten Kategorie-C-Hooligans des Allgemeinen Sportverein Bergedorf-Lohbrügge von 1885 e.V. würden nun ihrerseits mit totalem Hass den Stadtteil "Proyensdorf" in einen Haufen Schutt verwandeln, erwiesen sich als unbegründet. Glück gehabt.
Stattdessen sahen knapp 300 Zuschauer auf der Betriebssportanlage Projensdorf eine gleichermaßen unterhaltsame wie auch sportlich interessante Partie gegen den Tabellenvierten der Oberliga Hamburg.
Dabei hat Bergedorf insbesondere in der ersten Halbzeit durchaus gut
mitgespielt und ließ manch Sand im Getriebe der auf Viererkette
umgestellten Holstein-Abwehr erkennen. Siedschlag als Verteidiger? Ein
ungewohnter Anblick. Und auch Falko Götz musste den Flügelflitzer immer
wieder lautstark vom Spielfeldrand aus an die gewünschte Position
dirigieren. Luft nach oben gab es in der ersten Halbzeit allerdings auch in der Offensive, wo nicht jede Flanke von Lartey gut platziert war und Wulff unauffällig blieb.
Sehr schön hingegen aus Holsteiner Sicht die erste Viertelstunde nach der Halbzeitpause, als sich insbesondere Velimir Grgic und Guscinas mit drei Treffern als Offensiv-Dreamteam für die Rückrunde empfahlen. Oder, wie es jemand sehr passend im Holstein-Forum ausdrückte: So einfach kann Fußball sein - "Chance, Willi, Tor". Nachdem der - vierfache! - Torschütze "Williiiiieh!" Grgic ausgewechselt wurde, war auch leider wieder etwas die Luft raus, aber immerhin kamen auch noch Stephen Famewo und Mariusz Zmijak zu Einsätzen und jeweils einem Tor.
Alles in allem eine gelungene Kiel-Premiere für Falko Götz, die deutlich sichtbar auch experimentellen Charakter im personellen und taktischen Bereich hatte. Und manch ein Gemotze von der Trainerbank Richtung Schiedsrichter (dessen Entscheidungen teilweise auch experimentellen Charakter hatten) und Spieler hatte definitiv auch Unterhaltungswert. Sollte bis zum 21. Februar gegen Magdeburg zudem eine sichere Abwehr stehen, dann passt das schon.
Bitter hingegen, wenn sich bewahrheiten sollte, was am Spielfeldrand die Runde machte: Dass für Jan Hoffmann verletzungsbedingt die Saison schon gelaufen sein könnte.
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