Autor: n.h.
 Turniersieger: Schleswig 06 Fans Es wäre gelogen wenn man behaupten würde, dass es Fußball-Hallenturniere mit Großraumdisco-Beschallung und einem klaren Favoriten wären, die einen zum Fußballfan gemacht hätten. Und so ist dann auch der Anspruch manch eines Holsteinfans an das SHFV-Hallenmasters, dass leichte Unterhaltung bei Speis und Trank geboten wird und es eigentlich völlig einerlei ist, wer gewinnt.
Wenn man allerdings die Perspektive ein wenig wechselt, dann ist das Hallenmasters für die "Kleinen" des SH-Fußballs wie Itzehoe, Heide, Schleswig oder Lübeck eine großartige Angelegenheit, um mal den eigenen Anhang zu mobilisieren und vor größerem Publikum zu spielen. Und so waren es diesmal die gut 300 Anhänger von Schleswig 06, die auf dem Oberrang der Ostseehalle das Turnier für sich entschieden, während allerdings auf dem Platz eine sportlich dominante KSV Holstein den Pokal holte.
 Turnier-Loser Der Lübecker "Block" hingegen blieb wie schon im Vorjahr praktisch leer, da die organisierte Lübecker Fanszene wegen schlechter Erfahrungen mit Restriktionen in den Vorjahren und der fortschreitenden Ballermannisierung des "Events" durchaus nachvollziehbar keine Lust hatte. Das gute Dutzend Lübecker, das dennoch erschien, wäre allerdings auch besser gleich zu Hause geblieben und nicht erst nach der Vorrunde abgehauen, denn Sprechchöre wie "Holstein - Ihr Zigeuner!" sind definitiv überall peinlich & rassistisch.
Auf Holsteiner Seite hatten sich Teile der Fanszene - wie die Supside - aus ähnlichen Gründen wie die Lübecker vom Turnier ferngehalten. Während im weiten Rund unter den vielleicht 6000 Zuschauern überall Holstein-Schalträger und -trägerinnen zu finden waren, war der eigentliche Fanblock dieses Mal nur mäßig gefüllt, wobei man sich dort teilweise auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckerte - "Lü-bec-ker Arsch-löch-er!" waren nun einmal kaum anwesend und in Ermangelung eines Gegners und vermutlich zu viel Alkohol mussten sich dann noch ein paar Leute untereinander kloppen - autsch!
Dennoch wurde in den Finalspielen die akustische Lücke, die die leider in der Vorrunde ausgeschiedenen Schleswiger hinterließen, letztlich vom Holsteinblock geschlossen, so dass die klammheimliche Hoffnung mancher Ultras, ohne sie möge Grabesstimmung in der Ostseehalle herrschen, objektiv gesehen nicht erfüllt wurde. Interessanterweise war sogar ganz kurz während des Finales ein "Falko-Götz"-Sprechchor aus dem Fanblock zu hören.  Punktgewinn: Falko Götz
Zu den Spielen selbst sei gesagt, dass das Halbfinale Holstein gegen Henstedt (Endergebnis 4:3) großen Unterhaltungswert hatte - nicht nur bei der abschließenden Rangelei auf dem Feld war erfreuerlicherweise auch sichtbar, dass die Spieler emotional voll bei der Sache waren. Bei den restlichen Spielen - mit Ausnahme des Vorrundenspiels gegen Fuzzi & Co von Eider Büdelsdorf - war Holstein technisch deutlich überlegen, so dass "Leute gucken" auf den Rängen bisweilen spannender war.
Ein paar Lacher hatte dann gegen Ende der Veranstaltung noch der neue Holsteintrainer Falko Götz auf seiner Seite. Vom Hallensprecher Norman Nawe darauf angesprochen, dass sich die Mannschaft nun einen "freien Sonntag" verdient habe, in bester Günter-Netzer-Manier: "Wenn Du gut informiert wärst, dann wüsstest Du, dass wir morgen ein Testspiel in Neumünster haben."
Der Punkt geht an Götz.
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