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Seite 1 von 6 Autor: n.h.
 'Kann man nichts machen'- Wacker Geschäftsführer Florian Hahn (links) in der Lokalpresse "Naaaaaaaaaa, des Spui is doch ned abgsoagt!!!" - Je näher die Freitagmorgens um 6:12 gestartete Kieler Delegation Burghausen kam, umso größer wurden die Merkwürdigkeiten. Wie jene junge, angebliche Wacker-Burghausen-Mitarbeiterin, die beim letzten Umstieg in Mühldorf am Inn nichts von einem Spielausfall wusste und hartnäckig auf ihrer Version beharrte. Und überhaupt: war man morgens noch im tiefsten norddeutschen Winter gestartet, so schien ab Bayern die Sonne und ab München sah man aus dem Zugfenster die blühenden Landschaften, auf die man seit Helmut Kohls Versprechen in der ehemaligen DDR seit 20 Jahren wartet: Grüne Wiesen und rauchende Chemiewerkschlote. Und auch der eine oder andere Ground zog am Fenster vorbei, ob nun in Kastl, Altötting oder Burgkirchen an der Alz. Und jedes Mal hieß es im Zugabteil der Kieler Platzkommission: "Bespielbar!"
 Ankunft in Burghausen
Dabei war man noch guten Willens auf die Reise gegangen. Ein Reisekoffer voll dänischem Pils wurde liebevoll als Mitbringsel für die Oberbayerischen Gastgeber gepackt. Man würde sich ja vielleicht doch irgendwie verständigen können, dass das Spiel trotz katastrophaler Platzverhältnisse noch stattfände. Doch die Stimmen wurden lauter, dass man dem größten Skandal des deutschen Fußballs auf der Spur sei. Zugegebenermaßen verging sich nun manch Kieler aus Trotz an dem Gastgeschenk, nachdem ja - wie berichtet - einige Dosen aufgrund der trockenen Luft im ICE sowieso verdunstet waren. Aber wenigstens musste aufgrund dessen nach Ankunft in Burghausen kein schwerer, sondern nur noch ein leerer Reisekoffer mitgeschleppt werden.
Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz dann echtes Anfängerglück, was knallharte Recherche angeht: Ein freundlicher Herr auf einem "Wacker-Chemie"-Fahrrad, der nach der "besten Schweinshaxe der Stadt" ausgefragt wurde, entpuppte sich als "Würstel-Bräter" aus der Wacker-Arena. Sein kulinarischer Tipp erwies sich im Endeffekt als Flop, denn die angepriesene Lokalität hatte an diesem Abend geschlossene Gesellschaft. Der andere Tipp war allerdings Gold wert: Weihnachtsfeier des SV Wacker Burghausen am nächsten Tag - "doar vorne im Lokal!". So erübrigte sich die Frage, wo man am Samstagabend nach der Platzbegehung hingehen würde.
Für den Freitagabend standen allerdings noch andere Punkte auf der Tagesordnung. Zunächst wurde in einer kleinen Altstadtpension das Quartier für zwei Nächte bezogen - praktischerweise mit angeschlossenem gemütlichem Ausschank. So konnte man sich nach der langen Zugfahrt mit Koblerweissbier und –bierlikör - einer heißen, nach Spekulatius schmeckenden Trinkspezialität der Weißbierbrauerei Auer - für die Vor-Ort-Recherche in der Burghausener Gastronomie stärken. Vor dem Eintauchen ins Burghausener Nachtleben, bei dem man ja eventuell Wacker-Spieler in flagranti erwischen könnte, verschaffte sich die Kieler Truppe von der Burg aus einen Überblick über den Ort. Ob gerade hinter irgendeiner Fassade der Altstadt tief unterhalb der Burgmauer wieder ein gemeiner Fußballbetrug ausgeheckt wurde? Den weihnachtlich illuminierten Häusern diesseits und jenseits der Salzach, dem Grenzfluss zu Österreich, war zumindest aus der Burgperspektive nichts Verdächtiges anzusehen. Merkwürdig.
 Beim Verspeisen der Ersatz-Schweinshaxen Sehr hungrig stieg man wieder hinunter. Ein Teil der Gruppe machte noch einen Abstecher über den Fluss zu einer österreichischen Gastwirtschaft, bei der anscheinend Fußballfans hungrig bzw. draußen bleiben, so dass man letztlich die erste Schweinshaxe doch auf bayrischem Staatsgebiet mit den anderen zusammen verdrückte. Da die als Alternative zur geschlossenen Wackerwürstelbräter-Empfehlung aufgesuchte Lokalität ein wenig den Eindruck einer Touristenfalle machte, zog die Delegation nach dem obligatorischen Bier und dem Obstler weiter in eine lange Gasse - und landete am Ende in einem fiesen Burghausener Hinterhalt:
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