Autor: Klaus
Geh
ma wech da, du Heupferd, ich mach jetz ma den Einwuäf. Vonne
Seitenauslinje inne Höhe vonne Eckfahne. Das immer gefählich, weil
da das eichne Tor inne Nähe is und weil du natüälich gegen die
Eckfahne brasseln kanns, wenne nich aufpasst. Früher ham wir in
soiche Situatschon den Ball zun Torwart geworfen, aber heutzutage
wissen das die annern vonne annere Mannschaft natüälich auch. Un
die stellen sich dann, na kloar, alle rund um unsern Torwart.
Früher
is unser Verein mit diesen Trick Deutscher Meister geworn. Das aber
schon lange her. Da gibt das keinen, der da noch dabei war. Da kennt
auch keiner einen mehr, der dabei war. Das schon irre lange her.
Oaber nach sieben Generatschionen wird in Dorf immer noch da drüber
gedibbert. Meistens sinn das aber sonne alten Expärten, die sowieso
keine Ahnung hamn. Die wolln da immer wieder hin nach früher. Nur
das geht ja goar nich. Oaber die merken das nich, das das nich geht.
Und dann närven die rum, weil wir jetzt gefällichst sofort nochma
Deutscher Meister werden solln.
Jetz
hat grad der Boonekamp, dat is unser sportliche Fiez in Verein, mit n
paar von uns ausse Mannschaft den Vertrach verlängert. Goil, sach
ich dir! Ächt goil! Sons sind in Verein die jungen Leute hier immä
gleich abgehaun, weil die einfach kein Bock aufas Gesabbel vonne
alten Säcke über die Meisterschaft hatten. Und denn konnten da
natüälich goar keine elf Freunde zusammen kommen, weil da immä
wieder wäiche abgehaun sind. Nee, sach ma nix, der Boonekamp is ächt
sauber.
Midde
Trääners war das auch alles nich so richtich bombig gelaufen inne
letzten Joahre. Der eine war richtich gut, oaber da hat der Knaller
ausn Vorstand den rausgeworfen als wir tatsächlich Härbstmeister
warn. Kanns Dir das vorstellen? Nee, das kanns nich, das kann keiner.
Naja, der Trääner is dann in Irak und hat den da n Fussball
mitgebracht, damit die nich so viel Kriech machen. Und in diese
Säsong is der mit ne annere Mannschaft inne zweite Liga aufgestiegn.
Das war wie n Tritt inne Eier für uns.
Der
nächste Trääner war dann nur bein Friseur. Und weil der Friseur
seine Haare einmal schräch gefiedelt hatte, hatter n Spieler von
uns verprügelt. Da hat der Scheff von Supermarkt den
rausgeschmissen. Jetz is der Schönling Trääner von Viitnam. Die
schneiden sich die Haare da noch mitte Heckenschere, hoffentlich gibt
das jetz nich n neuen Viitnamkriech.
Wat
wisst Du, Schiri? Ich soll ma endlich den Einwuäf machn? Ersma solln
die Eierköppe vonne Tribüne aufhörn zu pfeifen. Die ganzen Jahre
hat der Scheff von Supermarkt seine Knete in neue Spieler gesteckt.
Und der Knaller ausn Vorstand hat damit nur teure Leude von
irgendwoher mit grossen Namen gekauft. Die kaam hier an wie die
Gockel, krähten inne Kabine rum und haam sich nachn Trääning
gleich verpieselt. Na ja, logisch, da haam wir natürlich auch immer
verloorn un sind abgestiegn.
Zum
Glück is das jetz mit dem Boonekamp anners geworden. Jetz sind wir
hier alle Spieler ausn Dorf und Umgebung, das macht gleich viel mehr
Spass. Und der jetzige Trääner is einer, der schon die Jugend in
Verein trääniert hat. Mit den komm wir alle klar und mitm Friseur
hat der auch keine Probleme.
Ich
wünsch mir, das die Leude hier nich immer von Aufstiech, vonne
Meisterschaft und vonne Deutsche Meisterschaft vor hundert Jahren
faseln. Das geht ein ächt aufn Sack. Da haam wir doch alle goar nix
mehr mit zu tun.
Hee,
Mackä, pass ma auf, ich schmeiss jätz meinen Einwuäf wie vor
hundert Jahren zu unsern Torwart zurück. Und wenn wir denn
tatsächlich aufsteign nä – wettn, dass sich denn natüälich
keiner vonne alten Säcke an mein genialen Einwurf erinnert?
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