Monopteros im Schlosspark von C.F. Hansen 1796 (Bild:wikimedia)
Ganz großes Verständnis dafür, dass man der "Rose zwischen Nord- und Ostsee" (80er Jahre Werbeslogan) einen Besuch abstatten möchte. Schöne Stadt! Da ist natürlich an erster Stelle der Schlosspark am Großen Eutiner See zu nennen, wo es super Plätze gibt, wo man mit ein paar Kumpels ein freundliches Flüssig-Picknick veranstalten kann oder auch merkwürdig riechende Zigaretten von der ortsansässigen Jugend verkonsumiert werden.
Nett auch die Brauerei am Markt - lecker Rotbier! Gerade in der Weihnachtszeit sind seit einigen Jahren auch die Lichtinstallationen sehenswert. Und obwohl sich die Eutiner Stadtpolitik mit West- und Kerntangente seit Jahren redlich abmüht, die Landschaft um Eutin zu verschandeln, gibt es (noch) Natur, die zu längeren Spaziergängen einlädt.
Der Schreiber von holstein-block.de sieht auch prinzipiell nicht die westliche Wertegemeinschaft bedroht, wenn eine etwas heikle Gemengelage aus Pubertät, Alkohol, Hasch und Gruppendynamik in Eutin dazu führt, ein wenig Scheiße zu bauen.
Als aufmerksamer Leser des Holstein-Forums muß ich mich zur Zeit schon
sehr wundern. Nach den letzten Spielen scheint bei einem Teil der
Holstein-Gemeinde der Pessimismus ausgebrochen zu sein. Vor dem Wolfsburg-Spiel
ist von „Krise" und angeblich notwendigen „Befreiungsschlägen" die Rede, zur
Zeit würde „nicht wirklich was klappen". In den letzten Spielen seien Punkte
liegen gelassen worden, der baldige Absturz in der Tabelle wird prognostiziert.
„Die anderen punkten, wir nicht."
Anlass für Pessimismus?
All das wäre verständlich, wenn Holstein auf z.B. Platz 6, 9 oder 11
stehen würde. Das ist jedoch nicht der Fall. Nach der Auftaktniederlage gegen
Wilhelmshaven kamen sieben Siege und folglich stand Holstein lange durchgehend
auf dem 2.Tabellenplatz. Dann kamen sieben Punkte aus den letzten fünf Spielen,
der Abstand zu den Verfolgern verringerte sich zwar, aber trotzdem konnte man
mittlerweile sogar erstmals die Tabellenführung von Babelsberg übernehmen (die
allerdings ein Spiel weniger ausgetragen haben).
Ohne jedes Schöngerede ist also festzustellen, daß Holstein bisher voll
dabei ist, wenn es um den einzigen Aufstiegsplatz geht. Das ist ein Grund zur
Freude! Davon ist bei einigen Holstein-Fans im Forum jedoch wenig zu spüren.
Stattdessen übt man sich in Skeptizismus und Schwarzseherei.
Eine Rechnung wollte Thomas Neubert mit Peter Vollmann beim Spiel der KSV in Halle begleichen: Vollmann hätte ihm in Kiel keine Chance gegeben. Hat aber nicht geklappt, denn Neubert erwies sich in den 77 Minuten bis zu seiner Auswechslung als die gleiche Graupe im Sturm wie in den 426 torlosen Minuten in der Regionalliga-Saison 06/07.
Ob Rafael Kazior, der nun beim HSV II spielt, bei 979 Einsatzminuten und ganzen drei Toren als Neuberts ehemaliger Kollege bei der KSV irgendeine Rechnung offen gehabt hätte, werden wir vermutlich nie erfahren, da er in Kiel am Samstag gelbgesperrt fehlen wird.
Sollte Stephen Kanu Famewo nächste Saison mit einer Konkurrenzmannschaft im Holsteinstadion auflaufen und vorher in der Presse sagen, man habe ihm in Kiel keine Chance gegeben ... tja, was würde man dann sagen? Könnte man widersprechen?
Der Mann entwickelt sich langsam zu einem Phänomen - das "Fantomewo" von Kiel sozusagen.
"Manche Leute denken nur noch praktisch. Praktisch so gut wie nie", schrieb einmal recht treffend Ernst Ferstl. Mögen es praktische Gedanken oder praktisch Gedankenlosigkeit gewesen sein, die den Staffelleiter der Regionalliga Nord zu der Entscheidung brachten, das Spiel gegen Chemnitz auf nächsten Mittwoch um 16.30 Uhr zu verlegen: Der Termin ist und bleibt ganz arg daneben.
Vor.denken ist besser als Nach.denken. Aber die Gelegenheit gibt es hier.
Ein Denk.sport.mal, welches für sich selbst spricht:
Worüber spricht man in Schleswig-Holstein? Diese Frage will die Nordsport Woche für Woche beantworten. Meistens übernimmt diese Aufgabe der Chefredakteur Christian Jessen, dieses Mal versuchte mit Jürgen Muhl, Geschäftsführer der Sportpresse Nord, ein noch prominenterer Vertreter eine Antwort auf diese Frage zu geben.
Auch ohne die (zu erwartende) entsprechende Kennzeichnung weiß zumindest der/die eingefleischte Leser_in, dass es sich bei „Darüber spricht man in Schleswig-Holstein…“ um eine Kolumne bzw. Kommentar - also um einen Meinungsbeitrag - des jeweiligen Autors handelt.
Was meint nun der Herr Muhl, worüber man in Schleswig-Holstein spricht? Unter anderem liest sich das in Auszügen so:
„ […] Bei den wenigen Zuschauern [vom SV Henstedt-Rhen] handelt es sich durchweg um vernünftige Fußball-Freunde. Lediglich bei Auswärtsspielen von Holstein Kiel ist Vorsicht geboten. Aber auch immer nur dann, wenn die Liga spielfrei hat und diese "Verrückten" dann die zweite Mannschaft begleiten, um sich bei den Gastgebern nicht von der besten Seite zu zeigen. So wie in der letzten Saison in Heide und Flensburg, so wie am Sonnabend bei Strand 08 in Timmendorf. Diese "Fans" sind aber die große und negative Ausnahme im Lande. […]“.
(Nordsport, 37/08, 08.09.08, S. 16)