Autor: n.h.
"Mit der Hand aufgebaut und mit dem Arsch wieder eingerissen" geht eine Redewendung. Und genau dies scheint dann auch auf die Geschäftsführung der KSV Holstein zuzutreffen, wenn es sich um die am Mittwoch auf der Seite der Kieler Supside veröffentlichten Stellungnahme nicht um einen bizarren Scherz oder eine böswillige Fehlinformation handeln sollte. Während auf der sportlichen Seite zuletzt das Gefühl vorherrschte, dass bei der Nummer Eins des Landes aus Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde, herrscht in Bezug auf die Fanarbeit anscheinend die gleiche Mischung aus kompletter Inkompetenz und jovialer Gutsherrenart wie seit Jahren vor: Es wurden - angeblich auch gegen den Rat von sachkundiger Seite - im Zusammenhang mit den vor allem von der Nordsport und den KN skandalisierten Vorfällen beim SH-Pokalspiel in Lübeck 54 regionale Stadionverbote gegen KSV-Fans ausgesprochen. Zudem soll Geschäftsführer Wolfgang Schwenke laut Angaben der Supside bundesweite Stadionverbote beim DFB beantragt haben.
In Rücksicht auf die Privatsphäre des ehemaligen Fanbeauftragten Leif hat holstein-block.de vor Wochen auf eine Kommentierung der via Nordsport (mit Portraitfoto!) kommunizierten Entscheidung Schwenkes, ebendiesen aus seinem langjährigen KSV-Ehrenamt zu "entlassen", verzichtet. Und diese Seite war zudem auch immer fair genug, nicht jedes saublöde und bar jeden Sachverstandes und Einfühlungsvermögens in interner Runde getätigte Statement des KSV-Geschäftsführers in Bezug auf die Fanarbeit zu veröffentlichen. Auch wenn der Schreiber nach einjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als offizieller KSV-Fanbeauftragter reichlich Stoff gehabt hätte.
Sollte das von der Supside geschilderte Szenario annähernd der Realität entsprechen, vergrößert sich das Verständnis des Schreibers für jene Meinungen aus den Reihen von Fans und ehemaliger KSV-Mitarbeiter, dass der KSV-Geschäftsführer Schwenke beim THW wirklich besser aufgehoben wäre, bevor noch mehr Porzellan bei Holstein zerschlagen wird.
[Update 20.7.2011 - Stellungnahme der KSV]
Sehr geehrte Holstein-Fans!
Nach dem Landespokal-Finale in Lübeck am 3. Juni wurde gegen 54
Holstein-Anhänger ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch
eingeleitet und ein Stadionverbot verhängt. Laut bestehender
DFB-Statuten darf der Verein, wenn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet
wurde, Stadionverbote aktiv und passiv beteiligten Personen erteilen.
Die KSV Holstein nimmt jedoch im Zusammenhang mit der erfolgten
Verhängung der 54 Stadionverbote drei Abstufungen vor:
1.) Bei eindeutiger Beweislage und Verurteilung am Ende des
Ermittlungsverfahrens wird die KSV Holstein bereits bestehende
Stadionverbote beibehalten und um maximal ein Jahr bis zum 30. Juni 2012
verlängern.
2.) Bereits in der Vergangenheit auffällig gewordene Fans erhalten
bei einem Schuldspruch am Ende des Ermittlungsverfahrens ebenfalls ein
Stadionverbot bis zum 30. Juni 2012. Stellt sich im Ermittlungsverfahren
die Unschuld heraus, wird das Stadionverbot umgehend wieder aufgehoben.
3.) Anhänger, die beim Pokalfinale erstmals auffällig wurden,
bekommen eine Verwarnung und müssen bei weiteren aktiven Verfehlungen in
Zukunft mit einem Stadionverbot rechnen. Wird im Ermittlungsverfahren
keine Beteiligung nachgewiesen, so wird auch die Verwarnung
zurückgezogen.
Die KSV Holstein lässt bei ihrem Vorgehen keine Willkür walten, sondern
möchte sich mit klaren Regeln von Fans distanzieren, die
Gewaltbereitschaft zeigen und für Unruhe im Rahmen der Spiele sorgen.
Mit diesen Regeln will die KSV Holstein auch das klare Signal aussenden,
in ihrem Handeln ein berechenbarer Partner zu sein.
Die Gerüchte, nationale Stadionverbote angestrebt zu haben entsprechen
nicht der Wahrheit und übersteigen auch die rechtliche Befähigung der
KSV Holstein.
Der Verein hat in der Vergangenheit stets Gesprächsbereitschaft
signalisiert und sich nicht an Gerüchten und Vermutungen orientiert. Die
KSV Holstein und deren Verantwortungsträger stehen jederzeit Rede und
Antwort.
Eure KSV Holstein
Quelle: Holstein-kiel.de
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