Autor: n.h.
 Auf Kieler Seite passierte nicht viel ... Man hat sich wieder Mühe gegeben. Zumindest der Verfasser dieser Zeilen, der das Holsteiner Tor des im Vorbericht angekündigten 1:1 als Video aufnehmen wollte. Erste Halbzeit: Ecke Holstein, Verschlusskappe runter, Kamera an, Record drücken, Ecke kläglich versiebt, Stop drücken, Kamera aus, Verschlusskappe wieder drauf. Das ging geschätzte 10 Mal so, dazwischen Kieler Angriffe, für die es sich nicht lohnte, überhaupt die Kappe vom Objektiv zu nehmen. Denn die einzige Gewissheit war, dass der Ball in Strafraumnähe vertändelt wurde. Wenn der Ball nicht schon im Mittelfeld verloren ging. Von Pauli-Seite ging in Halbzeit Eins noch weniger, wenn man mal die gut 400 Fans ausnimmt, die im strahlenden Sonnenschein im Gästeblock ihren Spaß hatten und vermutlich das einzige lohnenswerte Motiv für bewegte Bilder gewesen wären. Aber hier ist nun mal glücklicherweise keine Pauli Fanseite.
Zumindest zum Anfang des Spieles gab es eine echte Premiere in Bezug
auf den Kieler "Support": Im J-Block konnte man ganz deutlich
vereinzelte "Holstein Kiel"-Anfeuerungsrufe von der Haupttribüne auf
der anderen Seite des Platzes hören. Wobei die Premiere nicht darin
bestand, dass es diese Rufe gab - sondern dass man sie in Block J hören
konnte.
 ... die Pauli Fans hatten Ihren Spaß ... Halbzeit Zwei war noch unterirdischer, Pauli hatte offensichtlich gemerkt, dass gegen den Kieler Minimalfußball was gehen kann. Das nicht einmal unverdiente 0:1 war die Folge und Pauli hätte beinahe auf 2:0 erhöht, nachdem Henzler bei einem Zweikampf an der Strafraumgrenze den Ball verloren hatte, der dann nach Schuss eines Paulianers vom Innenpfosten glücklicherweise ins Feld abprallte und nicht ins leere Tor. Das auf gut 2000 Zuschauer reduzierte Kieler Publikum wurde nun auch aktiver: "wir haben die Schnauze voll", "Wir sind Kieler und Ihr nicht", "Vollmann raus!".
Kurz vor Schluss dann der Kieler Ausgleich durch den eingewechselten Tim Wulff, der so überraschend kam, dass die Kamera nicht bereit war. Ob dieser Treffer Vollmann vorerst den Job gerettet hat?
Die anschließende Pressekonferenz im Holsteiner brachte keinerlei Erkenntniswert, warum bei Holstein seit dem Winter Stillstand herrscht. Auch keine Erklärung, warum Braunschweig II zeitgleich die Tasmania Lübeck U23 mit 4:2, Bergedorf 85 - Holsteins nächster Gegner - Eintracht Nordhorn mit 3:0 und Hannover 96 die Scharmbecker mit 3:1 besiegte. ... und Pavel (fast 2) kann Miau und Wau-Wau sagen.
Nach dem Spiel hat der Schreiber die Sonne ausgenutzt und einen langen Spaziergang nach Hause gemacht. Am Schrevenpark hat er eine gute Freundin mitsamt ihres bald zweijährigen Sohnes zufällig getroffen, der jetzt schon richtig laufen kann und dann doch endlich ein gutes Motiv für eine Videosequenz abgab. Zudem kann der kleine Pavel nun schon Tiere ihren typischen Geräuschen zuordnen, also dass ein Hund WauWau macht und die Katze Miau.
Wenigstens einer, bei dem eine Weiterentwicklung erkennbar ist.
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