Autor: n.h.
 Die Mannschaft nahm das Pyrotechnik-Verbot wörtlich. "Bald gibts hier mehr Werbebanden als Zuschauer" - Der Spruch, den man in der Halbzeitpause in der Schlange an der Bratwurstbude aufschnappen konnte, gehört eigentlich noch zu den harmloseren. Denn man kann nicht einen gewissen Respekt dafür verhehlen, dass es das Holstein-Marketing schafft, auch noch den allerletzten Quadratzentimeter Holsteinstadion als Werbefläche zu verkaufen, obwohl die Zuschauerzahlen sich langsam dem Niveau der Saison 03/04 annähern und ca. 30 Sekunden Fernsehberichterstattung im Schleswig-Holstein-Magazin wohl auch nicht ausreichen, die beiden neu vermarkteten Pfeiler an den Sitzblöcken der Gegengerade ins rechte Licht zu rücken. Die beißenderen Kommentare drehen sich indes mehr um die Frage, was bei all dem Aufwand, der auch finanziell bei Holstein betrieben wird, am Ende bei herauskommt.
"Das war ein Feuerwerk an Unfähigkeit!" war nach Abpfiff in Anspielung auf die Vorankündigung des Trainers vom vielleicht ältesten J-Block-Zuschauer zu hören, zwei etwas jüngere Junggebliebene hauten schon vorher ab und meinten, dass sie nicht wiederkommen würden - was aber hoffentlich nur eine leere Drohung bleibt, da der Unterhaltungswert des Blocks immens leiden würde.
Im Holsteiner hörte man anschließend von manch "Urgesteinen" noch bösere Worte in Richtung Präsidium und Aufsichtsrat, wobei hier genauso wenig von den notorischen Holstein-Forum-Meckerern noch von den skurrilen Holstein-Hassern auf KN-Online die Rede ist.
Was war geschehen? Die Holsteinprofis hatten sich leider wieder einmal gegen einen Abstiegskandidaten mit Feierabendkickern vor eigenem Publikum blamiert. Die erste Halbzeit gehörte wohl mit zum Schlechtesten, was man in den letzten Jahren bei Holstein gesehen hat. Nach druckvoller Anfangsphase lässt sich Holstein wie ein Kreisligist auskontern - Michael Frech sah in dieser Situation leider auch nicht gut aus - und agiert fortan völlig kopflos. Pfiffe begleiten das Team beim Gang in die Kabine. Nach der Pause endlich wieder mehr Dynamik und auch das Tor durch Sachs. Am Ende schaffte es Holstein aber trotz mancher Chance nicht, den Sack zuzumachen, andererseits traf Oberneuland einmal den Pfosten und wäre beinahe als Sieger vom Platz gegangen.
Sicherlich ist es nicht hilfreich, auf die z.T. sehr junge Mannschaft einzuprügeln, aber die Frage drängt sich auf, ob der fehlende Siegeswille, der auch auf KN-Online diagnostiziert wird, auch etwas mit einer mangelnden Identifikation mit dem "FC Cittipark" zu tun hat, wie es manch Spötter ausdrücken würde. Von einer Aufbruchstimmung, die es vielleicht ansatzweise am Anfang der Saison gegeben hat, ist derzeit nichts mehr zu spüren. Dass nach offizieller Zählung nur noch 1980 Zuschauer trotz besten Wetters und nach 77 Tagen Winterpause den Weg an den Westring fanden, sollte zu denken geben.
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