Autor: fanratberichterstatter
[auch als Pressemitteilung an die regionalen Medien]
Der Abend des 11.03.2009 hätte für die mitgereisten
Anhänger der KSV Holstein so schön werden können. Unsere U23 bot kein
überragendes Spiel, gewann aber mit einer kämpferischen Leistung, einem
von Nico Beyer gehaltenen Elfmeter in der ersten und einem Kopfballtor
von Tim Wulff in der zweiten Halbzeit. Es war 19:46 und der
Schiedsrichter hatte grade das kleine Derby zwischen Holsteins
Amateuren und der zweiten Mannschaft des Dauerrivalen VfB Lübeck auf
der Lohmühle abgepfiffen.
Die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, kurz
BFE, Eutin hatte sich bereits 20 Minuten vor Spielende an einer Seite
des Auswärtsblocks aufgebaut und mit unfreundlichem Ton einige unten am
Zaun stehende Fans vertrieben. Was die Spezialisten aus der
ostholsteinischen Kreishauptstadt allerdings nach dem Schlusspfiff für
Arbeit ablieferten war aus der Sicht des KSV-Fanrats unüberlegt und
alles andere als deeskalierend.
Anstatt der Mannschaft gratulieren zu können und
sich gebührend von ihr zu verabschieden wurden die Kieler Fans unter
Einsatz von Schlagstöcken aus dem Block getrieben. Auch die am Zaun
stehenden Spieler zeigten sich betroffen ob der Polizeigewalt. Grund
dafür war, dass der Zug mit dem die Polizei die Mitgereisten gerne in
Richtung Heimat hätte fahren sehen wollen, schon gegen kurz nach 20:00
aus Lübeck abfahren sollte. Durch das unnötig aggressive Verhalten der
BFE kam es nun zu Tumulten im Stadion und am Kieler Shuttlebus. Sogar
Frauen wurden niedergeknüppelt und ein Zivilpolizist bekam Schläge von
seinen "Kollegen" ab. Auch auf Lübecker Seite wird von unnötigen
Übergriffen der BFE Eutin gesprochen. Einige Beamte hatten anscheinend
noch ihren Einsatz beim Zweitligaspiel zwischen dem FC St. Pauli und
Hansa Rostock im Hinterkopf und man sprach von einer "guten Übung" für
größere Einsätze in der Zukunft. Aus Sicht des Fanrats sind solche
Übungen am lebenden Objekt nach einem Spiel in der
Schleswig-Holstein-Liga, bei dem es weder vor Anpfiff, noch während der
laufenden Partie zu Verfehlungen der Fans beider Lager kam, eine
bodenlose Frechheit.
Hätte man die Fans kurz mit der Mannschaft feiern gelassen wäre die
Rückfahrt zum Bahnhof so problemlos wie die komplette Hintour und der
Aufenthalt im Stadion während des Spiels verlaufen. Auch ist nicht
nachvollziehbar warum die Polizei die Lübecker Anhänger nicht aus ihrem
Block gelassen hat, obwohl sich das "Gefahrenszenario" bereits durch
die Abfahrt der KSV-Fans entschärft hatte.
Nach den Vorkommnissen stellt sich die Frage, warum der Einsatzleiter
der Polizei während des Spiels nicht enger mit den szenekundigen
Beamten und den Fanbeauftragten beider Vereine zusammengearbeitet hat.
Es wäre wünschenswert, wenn sich dies in Zukunft, nicht zuletzt für die
Sicherheit aller Stadionbesucher, ändern würde. Jedoch ist die Hoffnung
darauf, aufgrund solch überzogener und ungerechtfertigter Einsätze,
verschwindend gering
Der Fanrat der KSV Holstein ruft alle Geschädigten dazu auf sich an die
beiden Fanbeauftragten zu wenden, damit rechtliche Schritte gegen die
Verantwortlichen eingeleitet werden können. Dies wurde auch dem
Fankreis Lübeck gegenüber angeregt.
- Fanrat KSV Holstein von 1900 e.V. -
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