Autor: Administrator
 Stadionticket mit bengalischem Feuer In Deutschland darf sogenanntes Kleinfeuerwerk nur in der Zeit vom 31.12. 0.00 Uhr bis zum 1.1. 24.00 Uhr von volljährigen Laien abgebrannt werden. Trotzdem geht das Geböller schon los, wenn um den 27.12. herum die Knallware in die Geschäfte kommt. Bengalische Feuer sind in den meisten Stadionordnungen untersagt. Trotzdem warb auch die KSV Holstein in der Vergangenheit mit stimmungsvollen Stadion-Bildern, auf denen Bengalofackeln zu sehen waren. Beim Spiel in Oberneuland führte ein von mitgereisten Fans unsachgemäß entzündeter Bengalo dazu, dass dem Linienrichter in einer entscheidenden Situation - Tor für Holstein - die Sicht genommen wurde und das Tor nicht galt. Dumm gelaufen. Die Spieler waren zu Recht sauer.
Dies hätte nun ein Anlass sein können, dass sich Vertreter von Verein, Fans und Mannschaft in Ruhe zusammensetzen, um gemeinsam zu besprechen, wie solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können. Der Verein wählte aber einen anderen Weg. Und es darf bezweifelt werden, ob das wirklich schlau war, was die KSV Holstein als "offizielle Stellungnahme" auf ihrer Homepage verlauten ließ.
Am meisten ist es wohl dieser Satz, der auch aus der Sicht Nichtbeteiligter Kopfschütteln auslöst (Zitat): "Das Präsidium der KSV Holstein räumt der Fan-Problematik höchste
Priorität ein und wird die bereits vor der Saison und in den letzten
Spielzeiten getroffenen Maßnahmen weiter mit aller Ernsthaftigkeit
verfolgen."
Als Außenstehender würde man nach dem Lesen eines solchen Satzes sinngemäß diese Sätze als Folgende erwarten: Wir sind in engem Kontakt mit unseren Fanbeauftragten; wir führen regelmäßig Gespräche und Fanabende durch, um präventiv zu wirken. Wir haben ein Fanprojekt geschaffen.
 Ein altes Stadionmagazin
Aber nichts davon. Holstein setzt auf Polizei, Ordnungskräfte, Stadionverbote. Die "Fan-Problematik" ist für Holstein eine Sicherheitsproblematik. So steht es in der Holstein-Stellungnahme. Unmissverständlich. Kein Wunder, dass sich nicht nur die "üblichen Verdächtigen" aus der Fanszene verwundert die Augen reiben, dass der beste Verein der Welt einen relativ banalen Anlass zu einem "Skandal" hochjazzt, bei dem dann auch nahestehende Presseorgane allzu gerne mitskandalisieren. Und kein Wunder auch, dass sich etliche Fans, die Holstein auch auswärts lautstark unterstützen, vor den Kopf gestoßen fühlen.
Die "Fanproblematik" ist für Holstein eine Sicherheitsproblematik
In diesem Zusammenhang ein paar Fragezeichen bezüglich der Fanarbeit der KSV Holstein. So fand der letzte Fanabend, an den sich der Schreiber dieser Zeilen erinnern kann, mit den Herren Neubarth, Jurgeleit, Neubert, Breitenreiter, Mikolajczak und Bartels statt. Diese sind längst in alle Windrichtungen enteilt. Auf diesem Fanabend in grauer Vorzeit wurden geradezu bombastische Pläne für die Fanarbeit vorgestellt. Fankontakte mit England und Jena, eigene Vereinsmitgliedschaft für Supporter, eigene Fanprojekt-Homepage und und und. Übrig geblieben ist nur die Erinnerung an eine schicke Powerpoint-Präsentation.
Eine wirkliche Schande ist der sogenannte Fancontainer. Wer einen Hauch von Dritte-Welt-Slum in Kiel besichtigen möchte, sollte bei Flutlichtspielen hinters Stadion gehen. Am besten mit Taschenlampe. Ausgerechnet in Lübeck kann man besichtigen, dass ein finanziell klammer Verein eine bessere Fan-Infrastruktur bietet.
Und was ist eigentlich aus der Geschichte mit den (selbstverständlichen) Zaunfahnenplätzen geworden, wie auch als Spruchband beim Heimspiel gegen Rhen eingefordert? Uninteressant? Lästig?
Wenn die KSV Holstein eigenen Fans "Rufschädigung" vorwirft, so sollten sich die Verantwortlichen womöglich an die eigene Nase fassen. Wirklich und in hohem Maße rufschädigend ist es, wenn die Öffentlichkeit den Eindruck bekommt, dass die lautstarken Fans allenfalls als akkustische Garnierung des Wirtschaftsguts Fußball geduldet sind. Und ansonsten nur ein lästiges "Sicherheitsproblem" darstellen.
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