Autor: n.h.
Leider gehen die genauen statistischen Daten, die dem Schreiber vorliegen, nur zurück bis zur Saison 2005/2006, so dass die nach dem Meuselwitz-Spiel aufgetauchte Frage, für wie viele Jahre die offizielle Zuschauerzahl von 1697 der Minusrekord bei einem Ligaspiel war, unbeantwortet bleibt. Die Hauptursachen für das mangelnde Interesse sind weder schlechte Leistungen der Mannschaft, noch dass das Spiel zufälligerweise auf den höchsten Feiertag des Jahres, dem "Angrillen", folgte. Wie ein Kommentator auf holstein-block.de zum Magdeburg-Spiel sehr richtig feststellte, spielt Holstein zum ersten Mal seit 15 Jahren nicht um den Aufstieg oder gegen den Abstieg - die Saison verspricht zum jetzigen Zeitpunkt eben absolut keinen Nervenkitzel mehr. Zum anderen, das muss man eben auch ganz klar sagen, sind sämtliche "stylische" "Im-Puls-der-Stadt-Plastikherz-Familienblock-Mitglieder-werben"-Kampagnen, die identitätsstiftend oder "Kundenbindend" wirken sollten, offensichtlich wirkungslos verpufft.
Wobei es ja immer so eine Sache ist, dass man es nie allen Recht machen kann.
Denn angesichts eines wenig glamourösen, aber letztlich verdienten
1:0-Sieges im Niemandsland der Tabelle waren fast ausnahmslos negative
Stimmen während und nach dem Spiel zu hören, auch wenn ein "gellendes
Pfeifkonzert", das der KN-Tickerschreiber nach einem Fehlpass notiert
hatte, nicht stattgefunden hat. Sicherlich hätte Schüssler in der
zweiten Halbzeit zwei Dinger reinmachen können, sind die Kieler
Standards durchweg harmlos und Kreativität im Spiel nach vorne selten.
Aber es wurde - überraschenderweise - eben auch mal ein 1:0 über die
Zeit gerettet. Vermutlich gäbe es nur positive Stimmen, wenn eine
Mannschaft mal 10:0 weggehauen würde - aber was soll's ...
Und überhaupt: Nicht wenige Holsteinfans waren hoch erfreut,
Lieblingsschiedsrichterin Bibiana Steinhaus wieder im Holsteinstadion
sehen zu dürfen. Am Großartigsten war allerdings dieser Moppel im
Meuselwitzer Tor, der ein wenig so aussah, als würde er jeden Tag
"Angrillen" feiern oder öfters mit "Calcio Culinaria" auf Auswärtstour
sein - und erstaunlich gut hielt. Dass man sich tatsächlich mal mit
einem Spieler auf dem Platz rein körperlich irgendwie identifizieren
kann, während da langsam aber sicher altersmäßig eine Generation auf dem
Platz steht, die durchweg 20 Jahre jünger ist: dem Schreiber
jedenfalls war es das Eintrittsgeld wert.
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