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Holstein Kiel - Wuppertaler SV Borussia - 1:1

Unentschieden zwischen Not und Elend

28. Mär 10
 

Autor: n.h.
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Mangelnder Realismus (im negativen Sinne)
"War's das jetzt?" - "Heute sind wir abgestiegen" - "Die Saison ist noch nicht zu Ende" - "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel": Nach drei Heim-Unentschieden in Folge wird manch eine Kommentierung langsam zum bitteren Running Gag.  Dem, was seit drei Heimspielen jeweils zwischen Block J und K passiert,  könnte man hingegen jetzt schon einen Running-Gaga-Status verleihen: Dort sind nämlich richtige Experten am Werk, die jeweils Vorbereitungen treffen, um den Platzsturm von erbosten Holsteinfans zu verhindern. Dass sämtliche aktiven Fangruppen erklärtermaßen die Mannschaft unterstützen und auch an den letzten Spieltagen bei der Stadionrunde applaudierten - wen interessierts! Dass eventuell mal die vom Verein eingesetzten Fanbeauftragten als "Antenne in die Fanszene" im Vorfeld von Spielen nach einer Einschätzung befragt werden, bevor man realitätsfremde Einsätze plant: Da träumt der Schreiber höchstens nachts von. Und so durfte man also nach dem mageren 1:1 einer Sternstunde des Stadionsicherheitswesens beiwohnen, nämlich dass nun sogar auf mehreren Seiten des Stadions behelmte "Michelin"-Männchen auf ihren Platzsturmunterbindungseinsatz warteten, während in Block J ein einzelner erboster Meckeropa über Michael Frech schimpfte und Simon Henzler als Nummer Eins im Tor forderte.

Eigentlich wäre jede Woche ein Riesen-Dankeschön in Richtung der Aktiven in Block I angebracht, die trotz sportlich bescheidener Leistungen und häufig noch bescheidenerer Vereinspolitik der KSV nicht nur die Treue halten, sondern derzeit trotz allem für eine positive Stimmung im Stadion sorgen, sei es als lautstarke Antreiber für den Rest des Stadions, mit großartigen Choreos oder eben mit aufbauendem Beifall, wenn es leider wieder einmal nicht so gut lief. Ob das eine nachhaltige Strategie zur Förderung der Bindung an den Verein ist, den Fans zum Dank geballtes Misstrauen entgegenzubringen? Der Schreiber findet das jedenfalls nicht.

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Mangelnder Realismus (im positiven Sinne)
Was das Geschehen auf dem Platz angeht, so ist vermutlich der Eindruck nicht ganz falsch, dass eine gerade ausgestandene Magen-Darm-Grippe einer guten Leistung nicht unbedingt zuträglich ist. 3600 Zuschauer sahen ein Unentschieden zwischen "Not" und "Elend". Abstiegskampf mit fußballerischer Magerkost, die aber durchaus spannend war. Beste Wuppertaler Spieler waren einerseits der Schiedsrichter nebst dem Linienrichter, der einen vielversprechenden Konter über Guscinas in Hz Zwei als vermutlich einziger im Stadion als Abseits erkannte. Ansonsten war die bemerkenswerteste Aktion von rot-blauer Seite der Sahne-Freistoß, der zum Ausgleich führte.
Auf derlei effektive Standards wartet man leider im Holsteiner Lager hingegen seit langer Zeit vergeblich. Ecken zu tief oder zu weit oder Freistöße direkt in die Mauer. Eine echte Heldentat allerdings der Führungstreffer durch Marc Heider: Schön im Mittelfeld durchgesetzt und dann im Alleingang eiskalt verwertet - ein wenig hat das an  typische Pavel-Dobry-Tore zu Neubarths Zeiten erinnert. Wobei man sich ansonsten nicht gerne an jene Zeit zurück erinnert, die mit Aufstiegshoffnungen begann und im Abstieg endete.

"Lass' aber bitte Deinen Klassenerhalt-Countdown online!" - der Bitte eines freundlichen Herrn aus Block H kommt holstein-block.de selbstverständlich nach. Auch der Aufstiegscountdown der letzten Saison hatte ein Unentschieden bei Wolfsburg II und eine sehr üble Heimniederlage gegen Halle zu überstehen. Und an den Klassenerhalt zu glauben ist immer noch realistischer, als nach einem Unentschieden mit einen Platzsturm gegen ehrlich kämpfende KSV-Spieler zu rechnen.

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Kommentare (1)
Geschrieben von KliMobiL, am 29. Mär 10 um 17:15,
Sterbehilfe 
 
Leider hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Gerne hätte ich mit meiner Einschätzung weit daneben gelegen. Verletzungs- bzw. Krankheitsmisere hin oder her. So wie sich der Gegner am WE hier präsentiert hat, musste einfach ein Sieg unserer KSV Holstein zu schaffen sein. Der Wille war den Spielern mit Sicherheit nicht abzusprechen, allein an fussballerischen Fähigkeiten mangelt es.  
 
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Hoffentlich hat diese noch kein Zimmer im Hospiz bezogen.
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Kommentare

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