Autor: n.h.
 58. Minute: Erster (Mond- und) Flutlichtjubel seit August 2008 "War doch n geiles Spiel, oder?" - Das war eine einigermaßen bizarre Party in einer Autobastler-Werkstatt Nähe Arbeitsamt, auf die der Schreiber am sehr späten Freitagabend geriet. Aber wenn man von den goldglänzenden Gästen (Motto war "Gold"), dem Hebebühnen-"Sofaaufzug" und der aus einem Öltank gebauten und gut genutzten Riesenbadewanne absieht, so ergab sich auch die Gelegenheit zur absolut bodenständigen Konversation mit völlig unbekannten Leuten, wenn man einfach nur im richtigen Outfit gekleidet war. In diesem Fall ein Holsteinschal und ein albernes blinkendes KSV-Plastikherz.
Wobei man "geiles Spiel" als Fazit durchaus durchgehen lassen kann, im Detail aber das Urteil differenzierter ausfällt. Denn die Partyie gegen die Stuttgarter U23 begann angesichts von 10 verletzten Spielern wie im Vorbericht befürchtet:
Super Stimmung bei Flutlicht, aber auf dem Spielfeld die ersten 45 Minuten eigentlich ein Grottenkick aus Kieler Sicht - Mittelfeldgeplänkel, Strafraumszenen Mangelware. Die erste richtige Kieler Torschuss nach gut 20 Minuten (Siedschlag Flachschuss links vorbei), auf Seiten des Tabellenfünften hatte man zu diesem Zeitpunkt schon eine Riesenchance versemmelt. Aber immerhin ging es anders als gegen den Tabellenletzten am vergangenen Sonntag mit einem 0:0 statt eines Rückstandes in die Pause, was hauptsächlich der konzentrierten Leistung der Holsteiner Defensive zu verdanken war.
Spätestens ab dem Sonntagsschuss von Michi Holt zum 1:0 hatte Holstein dann mit 12 Mann die Lufthoheit im Stadion und es wurde in der Tat ein richtig geiles Spiel, bei dem Holstein dann bis zum Umfallen kämpfte. Dass der mit Rückennummer 43 eingewechselte Matthias Hummel bei seinem Comeback in der Ligamannschaft gleich eine entscheidende Flanke schoss, die zum Elfmeter gegen Stuttgart führte, ist dabei eine nette Geschichte am Rande. Am Ende wurde nur noch gefeiert. Und auch der vom NDR als "Übergangscoach" bzw. von den Kieler Nachrichten als "Interimstrainer" titulierte Torsten Fröhling zeigte sich vor der Presse sehr erfreut und erleichtert. Wozu er auch allen Grund hat: Zwei Heimsiege in Folge - das gab es zuletzt im November 2008.
Holsteins erste Herren wird aufgrund des pflichtspielfreien Wochenendes den Abstiegskampf mindestens zwei Wochen lang auf der erfreulicheren Seite des unteren Tabellenstriches verbringen. Die nächste Flutlichtparty steigt aber (hoffentlich) bereits nächste Woche Donnerstag, denn dann spielen die Holstein-Damen im DFB-Pokal gegen den Erstligisten Tennis Borussia Berlin. Hoffentlich dann auch mit Glühwein.
[Update 5.10.09]
Schade, man hatte sich gerade richtig an Torsten Fröhling als Trainer der ersten Herrenmannschaft gewöhnt: Ein Trainer, der wirklich zu Holstein passt und in drei Spielen unter schwierigen Umständen eine super Bilanz vorzuweisen hat. Glücklich kann man sich schätzen, so einen weiterhin als Trainer der zweiten zu haben! Gleichzeitig ein herzliches Willkommen an den "Neuen", Christian Wück! Mehr dazu sicherlich in den nächsten Tagen auf holstein-block.de ...
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Zur Verpflichtung von Christian Wück, 5.10.09:
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