Autor: n.h.
 Hä?!? "Kreissäge = Kreisklasse?!?" - Es kam schön öfters im Holsteinstadion vor, dass im Block I Spruchbänder gezeigt wurden, die man als Normalzuschauer oder Halb-Insider einfach nicht kapiert hat. Und so führte das Spruchband "KSV - Lachend in die Kreissäge", das nach dem Wehener Führungstreffer gezeigt wurde, zu leichten Irritationen, ob es sich um einen "Insider"(-spruch) handelt oder ob die Urheber allen Ernstes einen Holsteiner Absturz in die Kreisklasse befürchten. Was die "Kreisklasse" angeht, so kann man Entwarnung geben, denn es handelt sich anscheinend um eine Redensart, die bei der U30-Fraktion völlig gebräuchlich ist. Und die blutige Angelegenheit, in die die KSV dumm und gut gelaunt reinrennt, ist eben der Abstieg in die Regionalliga. Dass die KSV zum Glück nur eine Liga tiefer absteigen kann, ist allerdings die einzige positive Message, die man aus einem Fußballnachmittag ziehen kann, der ansonsten völlig desillusionierend war.
Die KSV hat den Abstiegskampf, der keiner war, verloren.
Seit Wochen wurde vergeblich darauf gewartet, dass ein Schalter umgelegt wird oder ein Ruck durch den Verein geht. Man hoffte immer wieder von neuem, die Mannschaft würde doch noch ein Ausrufezeichen setzen, aber heraus kam höchstens nur ein Komma, das das Ende nur herauszögerte. Unter mathematischen Gesichtspunkten ist ein Klassenerhalt noch möglich: Aber wer glaubt ernsthaft noch daran, dass nach 9 sieglosen Spielen - auch gegen direkte Konkurrenten - nun noch mindestens 5 von 8 gewonnen werden könnten, ohne dass es einen Kurswechsel gibt?
„Arbeit, Einsatz und Wissen von Herrn Böger waren untadelig. Zuletzt schien es aber so, als könnte er die Mannschaft nicht mehr richtig motivieren. Deshalb waren wir besorgt und der Meinung, alles tun zu müssen, um den Abstieg zu verhindern.“
(Holstein-Gesellschafter Gerhard Lütje, zitiert nach KN, 27.2.07)
Nicht einmal 3000 Zuschauer wollten am vergangenen Samstag die KSV dabei unterstützen, gegen einen direkten Konkurrenten doch noch eine Chance auf den Klassenerhalt in Liga 3 zu wahren. Vor drei Jahren, als um den Verbleib in der zweigleisigen Regionalliga gekämpft wurde, kamen gegen Mannschaften wie Wilhelmshaven, Emden oder HSV II knapp 2000 Kieler mehr. Deutlicher kann kaum noch veranschaulicht werden, dass das Kieler Publikum den Beteuerungen von Trainer, Mannschaft und Präsidium, dass man das noch schaffen könne, zum großen Teil keinen Glauben mehr schenkt.
Vielleicht wäre es richtig gewesen, vor 2-3 Wochen die Notbremse zu ziehen und mit einem Trainer Fröhling einen Wachrütteleffekt bei der Mannschaft und auf den Rängen zu erzielen. Sicherlich ist es jetzt zu spät dafür - und laut einer Umfrage auf kn-online glauben zwei Drittel der Abstimmenden nicht, dass ein Trainerwechsel noch etwas am Abstieg ändern würde. Aber es ist nicht zu spät, um noch einen kompletten Totentanz im Stadion zu verhindern. Denn daran besteht kaum ein Zweifel, dass es kaum noch jemanden interessiert, wenn diese Mannschaft mit diesem Trainer ein weiteres Komma zu einem Satz hinzufügt, der schon längst zu Ende ist.
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