Autor: n.h.
 Trotz vorheriger Pleite gegen HL2: Jubel nach Hinspielsieg gegen Pauli am Millerntor Kiel im allgemeinen und das Holsteinstadion im besonderen ist immer eine Reise wert. Das denkt sich möglicherweise auch eine Busladung voll Babelsberger Groundhopper, die den Ausflug nach Hamburg zum Regionalligaspiel gegen HSV II nutzen wollen, um am Sonntag mit gut 200 erwarteten Paulianern noch einen Abstecher nach Kiel zu machen.
Im Gästeblock wird es sich also mal wieder lohnen, den Grill anzuschmeißen, trotzdem ist die absolute Minuskulisse dieser Saison im Bereich des Möglichen, was dann eine Folge des "Holsteiner Minimalismus" mitsamt drei peinlicher Niederlagen in der Rückrunde sein dürfte.
In der Tat ist es fast schon spannender, wie das Holsteiner Team im Stadion vom nicht gerade als unkritisch bekannten Kieler Publikum empfangen wird. Durchaus verständlich, dass etliche Stimmen im Holstein-Forum davon sprechen, in nächster Zeit lieber die Holstein U23 oder die Holstein-Damen zu unterstützen. Bei manchen Stimmen wiederum hat man auch das starke Gefühl, das der gegenwärtige Zeitgeist, Solidarität nur mit "Siegern" zu kennen, hier voll zuschlägt - auch ein Facette des "modernen" Konsumenten-Fußballs. Da wird eine Mannschaft, die eine zwar nicht immer schöne, aber bis auf eine echte Ausnahme solide Hinrunde gespielt hat, erst bejubelt und dann nach zwei Niederlagen hintereinander zur "Söldnertruppe" erklärt, die einem völlig egal wäre.
Der Schreiber von Holstein-Block.de ist in dieser Hinsicht gerne unmodern und der Meinung, dass es nicht gerade ehrenvoll ist, jemanden zu treten, der sowieso schon am Boden liegt. Oder ist jemand ernsthaft der Meinung, die Mannschaft hätte Partien gegen Nordhorn oder gar die Schwartauer Reserve spaßeshalber verloren und die Erwartungen der Fans würden den Spielern schlichtweg am Allerwertesten vorbeigehen? Und im Übrigen: Schon vergessen, dass sich Spieler wie Sven Boy, Holger Hasse, Dimi Guscinas am Ende der letzten Saison auch einfach aus dem Staub hätten machen können, wie es etliche andere getan haben?
Was die Partie gegen Pauli II - übrigens auch kein "Derby" sondern ein in Maßen interessanter Oberligakick - in fußballerischer Hinsicht angeht, so hat der Schreiber die Hoffnung auf eine schnelle Wende bei Holstein aufgegeben. Soll heißen: Ein Holsteiner Tor ist das Höchste der Gefühle. So lautet der Tipp gegen die Paulianer, die in der Rückrunde nun auch nicht Bäume ausgerissen haben (zuletzt 1:2 gegen Lurup!) auf 1:1, also weder Fisch noch Fleisch.
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