Autor: n.h.
 Lohn für 800 km Anreise: Sonnenuntergang hinter der Westtribüne. So ziemlich alles deutete bis etwa 15:40 auf ein richtig versautes Wochenende hin. Pünktlich zum Start mit dem Fahrrad im Kieler Süden ging ein veritabler Schneeregenschauer mit Windböen aus Nordost nieder. Es ist ja nicht so, dass kaltes Warsteiner nicht zu den persönlichen Top100-Bieren gehören würde, allerdings stand der Sinn des durchweichten Schreibers bei Ankunft am Stadion etwa eine Stunde vor Spielbeginn dann doch eher nach Glühwein.
"Glühwein gibts draußen" hieß es im Holsteiner. "Glühwein gibts drinnen" hieß es draußen. Naja, ist wahrscheinlich im Zuge des Klimawandels nicht damit zu rechnen, dass jemand am 12. Dezember eine Stadiongastronomie mit so einem ausgefallenen Konsumwunsch konfrontiert.
Immerhin gab es aber später im Stadion Glühwein - wie man im Holsteinforum liest, war dort der Kakao allerdings "nach 1,5 Minuten" alle - wovon dann aber wohl eher die trocken gebliebenen Autofahrerinnen und Autofahrer betroffen waren.
Erste Halbzeit: So lala. Holstein mal wieder mit mehr Ballbesitz, ein paar Chancen, etwas verbesserten Standards, aber ohne etwas Zählbares zu bringen. Die gut 50 Regensburger im Gästeblock bekamen derweil noch ein paar Sonnenstrahlen ab, während im Westteil des Stadions die Sonne schon untergegangen war.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit machten dann die Batterien der holstein-block.de-Knipse schlapp - die Ersatzbatterien angeblich schon beim Einsetzen leer. Wenigstens konnte sich der Schreiber nun durchgängig beidhändig die Haare raufen: was da wieder an Chancen versemmelt wurde! Und es war ja nicht so, dass Regensburg nicht auch mal in die Nähe des Kieler Tores gekommen wäre. Stimmungsmäßig ging es eigentlich ganz gut ab, wozu auch der Gäste-Schiri seinen Beitrag leistete. Was fehlte, war mal wieder ein Holsteiner Tor, und das sollte sich genau genommen bis zum Ende ja nicht ändern. Bis zur perfekt von einem Regensburger per Kopf verwerteten Flanke von Holt sah das nach einem dieser typischen Holstein-Heimspiele aus, wo dann kurz vor Ende die eigentlich unterlegenen Gäste per Konter noch den Ausgleich oder gar ein Siegtor schießen.
Dass der Torjubel zum 1:0 nun letztlich nicht in der Bildergalerie zu bestaunen ist, ist zwar ein bisschen schade, aber im Endeffekt wäre ein Tondokument für die letzten zehn Minuten des Spiels sowieso geeigneter gewesen, um die Stimmung einzufangen. Das Stadion lebte und bebte, auf dem Platz lief der Ball schnell hin und her, Regensburg keineswegs passiv - in der letzten Minute war sogar der Regensburger Torwart für die letzte Jahn-Ecke mit nach vorne gelaufen. Riesengroß die allegemeine Erleichterung mit dem Schlusspfiff - endlich wieder ein Dreier!
Auf dem Weg zum Holsteiner wollte sich der Schreiber noch einen Glühwein hinter der Westtribüne "auf Vorrat" holen. Allerdings gab der Topf nur noch Dampf statt Flüssiges her. Wirklich ärgern konnte das dann aber nicht mehr.
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