Autor: n.h.
 Hat beinahe perfekt geklappt. Viel hat nicht gefehlt, dass man einen der großartigsten Fußballabende der letzten Jahre erlebt hätte. Genau genommen 5 cm oder 5 Minuten. 5 cm tiefer, und "Guschis" Bombenschuss in der 80. Minute wäre von Unterkante Latte hinter die Torlinie gesprungen. Zuvor ließ er wieder einmal mehrere Gegenspieler mit einer Neuauflage des alten Hakenschlag-Tricks - abermals geradezu provokant behäbig ausgeführt - ziemlich dämlich und alt aussehen. Und fünf Minuten länger hätte die Holsteiner Defensive die knappe, aber hochverdiente 2:1-Führung über die Zeit retten müssen, um einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu erzielen. Fußball kann so grausam sein!
Auch wenn das Ergebnis tabellarisch zunächst einmal garnichts bringt - der Holsteiner "B-Kader", der aufgrund von Grippe, Verletzungen und Sperren auf dem Platz stand, wurde am Ende von den Fans wie ein Siegerteam verabschiedet. Dass die Stadionsicherheit selbst nach dem Abpfiff Gewehr bei Fuß stand, einen möglichen Platzsturm zu verhindern (zwischen J und K), war dabei in etwa so sinnvoll, als würde man sich personell dafür rüsten, dass ein Satellit aufs Stadion abstürzen könnte. Volle Rückendeckung für die Mannschaft gab es allerdings auch schon vor dem Spiel:
Bereits gegen 17 Uhr begrüßten gut 50 Fans die nach und nach am Stadion eintreffenden Spieler mit Applaus, Spruchbändern und guter Laune. Und schon zum Einlaufen der Mannschaften hat das Kieler Publikum den Gästen gezeigt, wo der Hammer hängt. Zahlenmäßig das zwar die Minuskulisse der Saison und in Block J hätte man erstmals ohne Probleme während des Spiels mal schnell ein Bier holen oder zum Klo gehen können, während man sich ansonsten durchdrängeln müsste. Aber von der Stimmung her mit Sicherheit eine der besten Kulissen der Saison: Auch die Absprachen der "Abteilung Stadionbeschallung" mit der Fanszene machten sich erstmals bezahlt.  Klappt auch noch
Und die Mannschaft tat ihr Übriges, dass man trotzdem auf das Bierholen während des laufenden Spieles (fast) vollständig verzichtete: Nicht nur das frühe Tor riss mit, auch der sichtbare Kampfeswille. Kaum ein Ball, der vorzeitig aufgegeben wurde, verlorenen Bälle wurden durch wütendes Nachsetzen zurück erkämpft. Dabei ging das Holsteiner Team - noch weniger als die Unterhachinger - technisch und im Spielaufbau unbedingt filigran zur Sache, was man von diesem aus der Not geborenen Kader auch kaum hätte erwarten können. Aber der Eindruck ist nicht unbedingt falsch, dass insgesamt mehr Spritzigkeit, Aggressivität und Frechheit zu sehen war als bei etlichen Spielen mit den alten, erfahrenen Hasen.
So kann es nach Meinung vieler weitergehen - und zwar unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Der Blick auf Tabelle und Spielplan zeigt aber, dass die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf samt und sonders noch vor die Holsteiner Flinte im Holsteinstadion laufen werden. Der Drops ist definitiv noch nicht gelutscht.
Noch 45 Tage bis zum Klassenerhalt.
Berichte:
Bilder:
|