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Holstein Kiel - Kickers Offenbach - 0:0

Spannende Nullnummer

17. Mär 10
 

Autor: n.h.

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Keine Jubelstürme, aber ...
"Heute muss ein Dreier her!" - Über mangelnde Anteilnahme der Kieler Bevölkerung kann sich die KSV nicht beklagen, wenn man schon als Schalträger beim Fahrscheinkauf ungefragt vom Busfahrer eine treffende Analyse zum bevorstehenden Heimspiel erhält. Der etwas bescheidene Zuspruch von  nur 3333 Zuschauern wird wohl dem Anstoßtermin mitten in der Woche mehr geschuldet sein als den drei sportlichen Misserfolgen in den Spielen zuvor. Und auch im Landeshaus soll die sportliche Lage der KSV Thema sein: Angeblich soll seitens der dortigen Opposition ein Bonmot kursieren, der besagt, dass die Landesregierung so erfolgreich arbeite "wie der Sturm von Holstein Kiel". Leider ist diesem Spruch auch nach dem Offenbach-Spiel nicht die Basis entzogen worden. Aber immerhin würde eine Retourkutsche nicht mehr funktionieren, dass sich der Oppositionsführer hinten so viele Dinger einfängt wie die Abwehr von Holstein Kiel - immerhin!

Dabei muss man ganz klar sagen, dass die 90 Minuten im Holsteinstadion sicherlich spannender waren als die Landespolitik -  was ja in Schleswig-Holstein schon etwas heißen soll.

Sehenswert aus Holsteiner Sicht vor allem die erste Halbzeit. Zu Beginn des Spiels auf einem Rasen, der nach dem langen Winter aussah wie eine Militärhose in Camouflage-Design, hatten die Offenbacher Gäste ein leichtes  spielerisches Übergewicht, während später die Kieler die Offenbacher Abwehr  mit teils sehr schönen Angriffen ins Schwimmen brachten. Insbesondere über Florian Meyer lief (wieder) einiges - das Offenbacher Team darf sich einerseits bei seinem Torhüter bedanken, dass Kiel nicht in Führung ging, andererseits bei der Kieler Offensive, die eben auch (wieder) keine Chance kaltblütig verwerten konnte. Aus Block-J-Perspektive sah eine Aktion von Sven Boy zehn Minuten vor der Pause am torgefährlichsten aus: Ein fantastischer, druckvoller Flugkopfball nach Flankenhereingabe in den Strafraum - der aber zum Glück nicht den Weg in den Kasten von Michael Frech fand. Für einen kurzen Herzstillstand sorgte  kurz vor der Pause ebenso eine Szene im Holsteiner Strafraum, wo ein Holsteiner Spieler (vergessen, wer es war) einen Offenbacher ziemlich regelwidrig von den Beinen holte - aufmerksamere Zuschauer hatten allerdings den vorherigen Abseitspfiff mitbekommen. Glück gehabt.

Nach den munteren ersten 45 Minuten versprach die zweite Halbzeit ein stimmungsvolles "Go west" in Richtung der Fanblöcke zu werden, allerdings wurde diese Hoffnung enttäuscht. Für Spannung war trotzdem gesorgt, denn Offenbach schaffte es nicht, gefühlte 100 Standards Richtung Kieler Tor für sich zu nutzen. Was aber nicht nur an dem Unvermögen der Hessen lag, sondern auch an der Kieler Abwehr, die dieses Mal über 90 Minuten gut aufpasste. Wirklich positive Stimmung mit Kieler Torchancen kam erst wieder mit der Einwechslung von Guscinas auf, während zuvor die (verletzungsbedingte) Auswechslung von Florian Meyer für ein (nicht gerechtfertigtes) Pfeifkonzert Richtung Trainer sorgte.
Vielleicht sorgt dieser Irrtum, dass Wück einen der besten Männer auf dem Platz "aus Dummheit" auswechseln würde, dafür, dass manch ein Beteiligter in sich geht. Anderseits zeigt sich natürlich auch, auf welch dünnem Eis sich die KSV derzeit bewegt, wenn bei Einigen die Nerven so leicht durchgehen. In diesem Zusammenhang ist nur zu Verständlich, dass der Trainer - leider - seinen Service eingestellt hat, ab und an auf seiner Website Fanfragen ohne Umweg über eine Marketingabteilung oder Fanbetreuung direkt zu beantworten. Es ist kein vernünftiger Umgang mit Arbeitnehmern unserer KSV, wenn Kritik - ob berechtigt oder unberechtigt - unter der Gürtellinie oder gar mittels Drohungen geübt wird.

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... auch kein Grund, sich aufzuhängen.
Aber dieser Vorwurf geht weniger an die wirklich "Aktiven" in der Kieler Fanszene, die bereits vor dem Spiel dazu aufriefen, Mannschaft und Trainer  bedingungslos im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen, sondern eher in Richtung einzelner "Internethelden", die auf Fanabenden oder Zusammenkünften mit der Mannschaft durch Abwesenheit glänzen oder die Klappe halten. Insofern erscheint es auch überzogen, dass seitens der Sicherheitsorgane offensichtlich ein "Platzsturm" im Falle einer Niederlage befürchtet wurde - ein langes Absperrtau lag zwischen J und K bereit. Aber vielleicht spielt dabei noch die Erinnerung an eine megapeinliche Haiopai-Aktion vor einigen Jahren in Lübeck eine Rolle, dass man Holsteinfans immer noch für so bescheuert hält.

Kurz nach dem Spiel hatte der Schreiber überlegt, mit "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" zu titeln. Unabhängig davon hat der Kollege von stoerchepower.de genau das gemacht. Mit einer Nacht Abstand klingt das aber etwas zu negativ. Denn alles in allem war das ein Fußballabend, der im Ergebnis Kiel leider nicht viel weiter bringt, aber gezeigt hat, dass Holstein nicht kampflos von der nationalen Fußballbühne abtreten wird. Ein Abend, der vor allem aber Lust auf mehr gemacht hat. Alexander Nouri hat im übrigen ein Sonderlob verdient: zwei Minuten nach Einwechslung (86. Minute) bereits eine gelbe Karte kassiert - vorbildlich!

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