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Holstein Kiel - FC Ingolstadt 04 - 2:2

Macht Sponsorenbrause aggressiv?

31. Aug 09
 

Autor: n.h.
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Gute Werbung: Screenshot von der Holstein HP vor dem Heimspiel gegen Ingolstadt 04
"Ein gutes 2:2 wird die Distanz zu den Abstiegsplätzen nicht wesentlich verringern und Kiel im Mittelfeld halten." - rein statistisch gesehen musste nach ca. 50 falschen Prognosen in Spiel-Vorschauen auf holstein-block.de auch mal ein Volltreffer dabei sein. Wenn man 90 Minuten lang den Blick starr aufs Spielfeld gerichtet hätte, so wäre der bleibende Eindruck des Samstagnachmittags gewesen, dass man ein spannendendes und über weite Strecken sehr ansehnliches Fußballspiel gesehen hat. Dass Fiete Sykora (Ex-"Niete") nun mit vier Treffern zusammen mit Michael Holt (und u.a. auch einem gewissen B. L. aus OS) auf Platz drei der aktuellen Torjägerliste der Liga ist, ist im übrigen ganz nach Geschmack des Schreibers. Auffällig auch, dass Michael Frech keinen sonderlich guten Tag erwischt hat. Auffällig insofern, weil man einen schlechten Tag bei Frech zuletzt am 19.11.2005 gesehen hat - woran man sich aber wirklich gerne zurück erinnert. Wie üblich haben die Kolleginnen und Kollegen bei der KN, der Holstein-HP, Fördeflüsterer, KIELerLEBEN oder Störchepower den Spielverlauf gut und treffend wiedergegeben.

Gesprächsthema Nummer eins bei vielen Fans waren indes nicht die gute kämpferische Leistung der KSV auf dem Platz, sondern die verheerenden und zutiefst imageschädigenden Bilder, die sich in der ersten Halbzeit am Block I zutrugen. Und die Aussage dieser Bilder schien für einen großen Teil der knapp 5000 Zuschauer im Stadion die zu sein, dass für Holstein die Interessen einzelner Sponsoren mehr wiegen als die der eigenen Fans.

In der 11. Spielminute vermerkt der KN-Liveticker, dass im Stadion Aufregung herrsche, weil die Ordner "randalierende Holstein-Fans" besänftigen müssten. Die Wahrheit ist, dass die Ordner den entegegen Auflagen über der Sinalco-Werbebande hängenden Banner der "Supside" gewaltsam entfernen sollten, nachdem er nicht freiwillig abgehängt wurde. Was folgte, war ein Gerangel und Gezerre, in dessen Verlauf mehrere Fanutensilien inklusive des erwähnten Banners z.T. stark beschädigt wurden. Spontan gab es aus verschiedenen Ecken des Stadions Unmutsbekundungen, im betroffenen Block I einen "Sitzstreik". Im Zentrum der Kritik steht dabei der KSV-Sicherheitsbeauftragte, der mitten im Geschehen Stadionverbots-Drohungen ausgesprochen haben soll und zudem augenscheinlich im mit 11 beweglichen Überwachungskameras ausgestatteten Stadion per Handy eigene Aufnahmen anfertigte, was eher keine deeskalierende Wirkung gehabt habe.

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Mäßige Werbung: SPD macht am Stadion auf schwarz-rot (oh Graus!)
Es kann nicht ernsthaft im Interesse des Vereins sein, Konflikte auf diese Art "lösen" zu wollen. Im Interesse des Sponsoren kann es ebenso kaum sein, dass die Marke als Anlass für aggressive Auseinandersetzungen in Zusammenhang gebracht wird. Statt - wie bisher - auch aufgrund der bunten Fanpräsenz an dieser Stelle besonders häufig im TV, auf Fotos und vor Ort in positivem Umfeld präsent zu sein. Und die größte Sponsorengruppe der KSV, nämlich die Fans und Zuschauer, will sich mit dem Geschehen auf und auch neben dem Platz identifizieren können.
"Sowas habe ich hier seit 1978 nicht erlebt" war nach dem Spiel von einem entsetzten Mitfan aus Block J zu hören - wie so häufig im Leben gibt es auch bei dieser Konfrontation nur Verlierer.

Dabei sind einseitige Schuldzuweisungen weder hilfreich noch treffen sie den Kern der Sache: der Konflikt war vermeidbar. Richtig ist, dass seit dem Stadionumbau die Zaunfahnenfrage bisher absolut unbefriedigend ungeklärt ist. Richtig ist auch, dass die Entscheidungsprozesse bei der KSV, insbesondere wenn finanzielle Fragen berührt sind (z.B. Werbeeinnahmen), bisweilen quälend langsam sind. Richtig ist aber leider auch, dass von Seiten der Supside zuletzt eine klare Ansage fehlte, welche Lösung favorisiert wird oder ob überhaupt noch eine einvernehmliche Lösung angestrebt wird.

Um Außenstehenden die Kommunikationswege zu verdeutlichen: Auf der einen Seite ist der Sponsor, der mit dem Verantwortlichen für das Marketing bei der KSV kommuniziert. Von dort geht ein etwaiges Sponsoren-Anliegen zu den Sicherheitsbeauftragten der KSV, die die Sache dann an die Fanbeauftragten weitergeben. Von da gelangt es dann (hoffentlich) zu den richtigen Ansprechpartnern bei den Fans im Block. Dass das mindestens eine Station zu viel ist, liegt auf der Hand und die Gefahr, dass wie bei der "stillen Post" am anderen Ende Murks ankommt, ist auch relativ hoch.

Und so ist (war?) nun der aktuelle Stand in der Neverending-Zaunfahnen-Story, dass vom Marketing nach dem x-ten Ortstermin ohne Entscheidungsträger via Sicherheitsbeauftragten an die FBs herangetragen wurde, doch Fotos zu machen, die man den Banden-Sponsoren vorlegen könne: Mit verschiedenen Höhen der Befestigungsstangen und folglich unterschiedlich großem Überlappungsbereich über der Werbung. Leider gab es dabei zuletzt nur Feedback aus Richtung Sangre Moza und Fanclub Gegengerade in J bezüglich konkreter Stangenhöhen; aus Richtung Supside stattdessen nur vollendete Tatsachen in Form von Nicht-Nutzung der vorhandenen Stangen beim Werder-Spiel, was dann im Endeffekt auch die tatsächlich noch erstellten Fotos (siehe hier) obsolet machte.
Wirklich alle direkt oder indirekt Beteiligten im "Storchennest", ob nun Sicherheitsverantwortliche, die drei ehrenamtlichen Fanbeauftragten (inklusive des Schreibers) und die Supside können sich den Schuh anziehen, die vergangenen zwei Wochen seitdem nicht ausreichend genutzt zu haben, um aufziehendes Unheil abzuwenden. Gemeinschaftlicher Bockmist sozusagen.

"Sorry!" an alle, die sich hier einen ordentlich polarisierenden Artikel erhofft haben, bei dem verbal so richtig auf den Verein oder den Sicherheitsbeauftragten eingeprügelt wird. Aber was würde es bringen, sich hier billig und zum Teil wider besseres Wissen zu profilieren?
Es wird hoffentlich (!) zeitnah (!) Gespräche geben, um die Geschehnisse intern aufzuarbeiten. Sollte dabei nicht auf allen Seiten ein Mindestmaß an "gutem Willen" vorhanden sein, etwaige Radikalforderungen  - wie die angeblich angedrohten Stadionverbote -  oder gar persönliche Animositäten im Interesse der KSV als Ganzem (inkl. Mannschaft, Fans & finanziellen Unterstützern) zurückzustellen, macht es sicherlich auch gar keinen Sinn, sich als KSV-Fanbeauftragter noch um eine einvernehmliche Lösung zu bemühen.

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