Autor: n.h.
 Mehr als 15 Minuten Ruhm: Cottbus-Fan in Block K3 "Du kommst aber nachher wieder, um uns dann beim feiern zu fotografieren!" - Nein, nach dem Spiel gab es keine Siegerposen der freundlichen Cottbusser Fans im Block K3, die man hätte fotografieren können; stattdessen aber etliche Siegerpilse auf Holsteiner Seite, warum dann auch dieser Spielbericht etwas später als gewohnt erscheint und vermutlich auch das Fanfußballturnier am Samstag leider quantitativ gelitten hat. Sicherlich aber eine ruhmreiche Leistung, dass dieser "Auswärtsmob", dessen Durchschnittsalter schon leicht oberhalb des gewöhnlichen Ultra-Alters lag, knapp 500km Anreise auf sich nahm, um die zweite Mannschaft eines mäßig kultigen Ost-Vereins zu begleiten.
Auf dem Platz hingegen bot die KSV eine ruhmreiche Vorstellung. Jedenfalls am Anfang. In der 3. Minute war es zunächst eine geniale Vorlage von Guscinas, die zum ersten Cottbusser Torerfolg führte (ins eigene Tor), was aber der Hamburger Schiri aus unerfindlichen Gründen nicht durchgehen ließ. Wenig später war es dann Mohammed Lartey, der vor Block J zwei Cottbusser geradezu demütigend frech vernaschte und dann den ersten vollregulären Treffer machte. Im Block war zu diesem Zeitpunkt der Spott zu hören, ob die in Warnwesten-Orange gekleideten Holsteingegner zum Müllsammeln abkommandierte 1-Euro-Jobber wären. Leider war es mit dem Ruhm auf blau-weiß-roter Seite nach nicht einmal 15 Minuten schon wieder vorbei und auf beiden Seiten lief erst einmal nicht mehr viel, was nach höherklassigem Fußball aussah.
 'Ey Mann, Flaschen gehören nicht in die gelbe Wertstofftonne' In der zweiten Hälfte war es dann Cottbus, das etwas wacher aus der Kabine kam und den in dieser Phase nicht unverdienten Ausgleich mit der ersten echten Torchance aus einer Standardsituation (Ecke) machte. Wie beim Spiel gegen Wilhelmshaven hingegen waren es auch wieder viele Holsteiner Standards, die nicht wirklich schön anzusehen waren. So brauchte es wieder einen kurzen Anflug von Genialität, dass Lartey die Kugel Alexander Nouri passgenau in die Laufrichtung spielte, der dann in der 65. Minute zum 2:1 Endstand verwandelte.
Mit 6 Zählern aus drei Spielen ist die KSV jetzt in der oberen Tabellenregion zu finden - ein Grund mehr, in zwei Wochen in Hamburg gegen Altona an die historische Stätte zu fahren, wo Kiel ganz rational gesehen seinen bisher größten Beitrag zur deutschen Geschichte abgeliefert hat, nämlich die deutsche Fußball-Meisterschaft von 1912. Falls allerdings jemand meinen sollte, dass Kiels größter Beitrag zur Geschichte war, im November 1918 den Startschuss zu geben für die erste deutsche parlamentarische Republik und die Abdankung des Kaisers, kann ja die pflichtspielfreie Woche dazu nutzen, mal ins Theater zu gehen:
"Matrosenaufstand" im abgedunkelten Flandernbunker ;-)
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