Autor: n.h.
 E!-KEL!-HAFT! An sich war das eine feine Sache, dass ausgerechnet letzten Sonntag der ursprüngliche Spieltermin gegen Braunschweig 2 buchstäblich ins Wasser fiel. Denn der Schreiber hatte sich unvorsichtigerweise bereit erklärt, Samstagnacht zusammen mit Herrn "holsteingenuine" bei der akustischen Bespaßung von Holsteinfans auf einer privaten Party mitzuhelfen. Ohne Termindruck lässt es sich eben besser feiern. Im Endeffekt hätte das Spiel aber trotzdem am Sonntag stattfinden dürfen, da dieses junge Holstein-Partygemüse trotzdem schon morgens um halb sieben schlapp machte und der Schreiber dann eben auch aus Rücksicht auf den Besitzer des Schlafzimmers, in dem die Turntables standen, abbrechen musste.
Dass die jungen Leute bei Holstein heutzutage nichts mehr abkönnen, kann man so pauschal aber auch nicht sagen. Denn wäre man selbst Fußballer, hätte man sich sicherlich zum Nachholtermin des Braunschweigspiels einen gelben Schein geholt. Stattdessen wühlten sich die Kicker im Holsteindress bei stürmischem Wind und E!-KEL!-HAF!-TEM! Sprühregen ordentlich durch den Schlamm im Holsteinstadion, während man selbst, als Zuschauer, sozusagen alleine schon vom Zugucken Migräne, eine plötzliche Magen-Darm-Grippe und eine Überlastungsstörung gleichzeitig bekam. Letztlich sollte man aber die Entscheidung, einem zugig-feuchtkalten Block J den Vorzug vor einer warm-gemütlichen Couch gegeben zu haben, nicht bereuen.
Denn das Spiel bot fast so viel Unterhaltung wie zwei Holstein-Block-DJs im Doppelpack. Vom Ergebnis her - 1. Hz 0:0, Endstand 5:0 - übrigens eine genaue Wiederholung des "Stadion-Eröffnungsspiels" am 9.8.2006 gegen den 1.FC Magdeburg. Allerdings mit 5000 Zuschauern weniger. Dafür aber in der zweiten Halbzeit immerhin vollzählig auf dem Platz - auch wenn Marc Heider wohl knapp davor war, den Tobias Schäper zu machen.
 Ca. 35. Minute ... Bereits zu Anfang der ersten Halbzeit gab es einige Lacher im Block aufgrund der semi-regulären Platzverhältnisse: Florian Meyer sprintete einem zu langen Steilpass hinterher, der unter normalen Umständen meilenweit im Toraus gelandet wäre, aber tatsächlich genau auf der Linie zum stoppen kam. Ein Fußballspiel wie auf einem nassen Badeschwamm. Holstein aber kämpferisch und körperlich deutlich überlegen - Braunschweig und der Schiri dagegen richtig schlecht. Da sich Holstein aber weigerte, dass Runde ins Eckige zu drücken, musste man bei den wenigen Braunschweiger Vorstößen mit langen Bällen doch ein wenig mehr zittern, als man es nicht sowieso schon wegen des in jede Falte der Kleidung kriechenden Sprühregens tat. Höhepunkte der ersten Halbzeit sicherlich die Serie Holsteiner Ecken, bei denen gefühlt der gesamte Braunschweiger Kader im eigenen Fünfmeterraum versammelt war und zwischen einer Vielzahl von Beinen der Ball überall hin ging - nur nicht ins Tor.
Der wärmsten Plätze im Stadion waren - vom VIP-Bereich natürlich abgesehen - die Stadiontoiletten, die man aufgrund einer wetterbedingten Unlust am Biertrinken aber seltener als sonst aufsuchen musste. Hätte man sich die gesamte Halbzeitpause lang mit verschränkten Armen neben das Urinal gestellt, wäre das vermutlich aber auch etwas komisch rübergekommen.
Fünf Holsteiner Tore in der zweiten Halbzeit sprechen für sich, einfach geil. Sehr schön auch, dass mit Fiete Sykora (wer hätte das gedacht!) und Marc Heider mittlerweile zwei Holsteiner in der Top-10-Torschützenliste der Liga zu finden sind. Nach Abpfiff zeigte sich die Mannschaft dieses Mal auch nicht so zickig wie nach dem 6:1 gegen Havelse und ließ sich bei der abschließenden Stadionrunde noch von den Fans abklatschen.
Nach dem Spiel gabs dann noch zwei Absacker-Glühweine im schön warmen Holsteiner, zusammen mit einer ehemaligen Dauerkartenbesitzerin, die sich wegen gewisser Platikherz-Tendenzen bei Holstein längere Zeit nicht mehr blicken gelassen hatte und das Spiel unüberdacht mit den Stadionverbotlern am Zaun verbracht hatte. Wobei zufälligerweise ebenjene Tendenzen während dieses Spiels weniger als zuletzt zum tragen kamen - die akustische Beleidigung von Holsteinfans in Form von Mittklatsch-Jingles durch die Stadion-DJs war gegen Braunschweig 2 nicht zu hören. Weiter so!
Berichte:
Bilder & Videos:
|