Autor: n.h.
 Thorsten Rohwer und Block J mit einem gemeinsamen Gegner "Kruppke, Du A...och!!!"- Der Ball war gerade ca. 10 Sekunden im Spiel und flog direkt vom Anstoßpunkt unerreichbar für den Braunschweiger Offensivspieler ins Seitenaus vor Block J. So motiviert, wie die J-Block-Oldies in die Partie einstiegen, musste das einfach ein guter Abend werden. Zwar gab das Holsteiner Team in der ersten Halbzeit wenig Anlass, für Stimmung auf den Rängen zu sorgen, dafür aber der Schiedsrichter, der abermals aus der Stadt des letzten "rechnerisch noch möglichen" Tauschpartners auf einem Abstiegsplatz, nämlich Bremen, kam. Bzw. der Linienrichter, der aus Block J aufgrund unterschiedlicher Auffassungen, wann Braunschweiger Spieler im Abseits stehen, mit nicht immer diplomatisch formulierter Kritik eingedeckt wurde. Umso frenetischer war der Jubel für das Schirigespann, wenn mal ein Pfiff pro Kiel kam - was aber so selten passierte wie gute Kieler Aktionen. Michael Frech natürlich ausgenommen.
"Das ist so schlecht wie in Bremen" hörte man aus dem Kreis der Augenzeugen der 1:6-Niederlage. Mit dem Unterschied allerdings, dass das hochverdiente Führungstor der Gäste nach unverdientem Freistoß erst in der 44. Minute fiel.
Die Dauerkartenbesitzer, die von vornherein zu Hause geblieben waren, dürften sich vielleicht im nachhinein geärgert haben, denn für die vielleicht 2500 anwesenden Kieler unter den 3880 offiziellen Zuschauern bot die zweite Halbzeit gute Unterhaltung, für die nun nicht mehr alleine die sogenannten Unparteiischen zuständig waren, die im übrigen nach der Pause auch schon mal einen Pfiff zugunsten Kiels auswürfelten. Nein, das Kieler Team zeigte jetzt einige gute Angriffe und zum Unvermögen in Halbzeit 1 kam nun auch wieder eine gehörige Portion Pech hinzu. Vielleicht hat die KSV in den letzten Spielen häufiger Aluminium getroffen als das Tor, wie auch beim Freistoß von Tim Siedschlag eine Viertelstunde vor Schluss. Der Ausgleich kurz vor Schluss war mehr als überfällig, die "Festung Holsteinstadion" hat nun seit September 2009 gehalten, wovon sich zwar niemand etwas kaufen kann, aber: wenn zumindest die Mannschaft ehrenvoll absteigt, dann ist das wenigstens etwas versöhnlich gegenüber der schlimmsten Saison der letzten Jahre.  Holstein-Block.de und ein unbekannter Klopapierkünstler in Block I tippten gemeinsam richtig. Entsprechend großartig auch der Abgesang der Fans in den letzten Minuten des Spiels: "Wir steigen ab - und Ihr nicht auf!" Im Holsteinforum schreibt jemand sinngemäß, dass man seit langem endlich mal wieder mit guter Laune aus dem Stadion gegangen sei.
Während Mannschaft, J-Block-Meckerer und Fans ihre Sache einigermaßen gut machten, wartet man bisher vergeblich auf klare Ansagen der Führungsebene bei Holstein, wie es weitergehen soll und woher so etwas wie eine Aufbruchstimmung für einen Neuanfang herkommen soll, wenn das Ende bis heute nicht eingestanden wird und ein "Eindruck emotionloser Tatenlosigkeit" (KIELerLEBEN) vorherrscht. Wird etwa noch auf Platz 18 bei gleichzeitiger Lizenzversagung für Regensburg spekuliert? Die Meinung, dass manche der Entscheider bei Holstein ihren Job nicht gut machen würden und sich eigene Fehler nicht eingestehen könnten (siehe Wück-Verpflichtung statt Torsten Fröhling als Trainer), ist im Umfeld bis hin in die Funktionärsebene immer lauter zu hören.
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