Autor: n.h.
 'Abermals ausverkauft' "Die Elf von Trainer Christian Wück bestimmte gegen den schwachen Gegner über die gesamten 90 Minuten das Spielgeschehen." Zitat Holstein-Homepage zum 7:0-Sieg gegen Testspielgegner Industrial Jerez. In den Kieler Nachrichten war zum selben Spiel zu lesen, dass der Gegner allenfalls eine Thekenmannschaft war und der Schiri die "Testspiel-Farce" wegen Lustlosigkeit des Holstein-Gegners schon zur 84. Minute abpfiff.
Zum Hallenmasters liest man nun auf der Holstein-Homepage, dass das Turnier "abermals" vor ausverkauftem Haus und (Zitat:) "8600 Zuschauern" stattgefunden habe und es wird von einem "klugen Schachzug der Veranstalter" gesprochen, einen Zuschauerwettbewerb stattfinden zu lassen. Im Bericht der Kieler Nachrichten ist gleichlautend von einer "fulminanten" Eröffnungsshow die Rede, allerdings hat man dort "nur" 6000 Zuschauer gesehen. So bleibt es also dieses Mal an holstein-block.de hängen, die ganze bittere Wahrheit zu präsentieren und vor Fremdscham ob der vereinseigenen Jubel-"Bericht"-Erstattung im Boden zu versinken:
Die Ostseehalle war überwiegend in "blauer" Hand - nämlich der Farbe der Sitzschalen. 4000 Zuschauer. Wenn überhaupt.
Dass gut 2000 Menschen weniger kamen als im letzten Jahr sollte eigentlich den Verantwortlichen zu denken geben. Ob man vielleicht wieder mehr mit Sport wirbt, Feuerwerk und Lightshow weglässt und im Gegenzug die Eintrittspreise senkt? Ob man wirklich die etablierten Fangruppen der größeren Nordvereine mit albernen Fancastings vor den Kopf schlagen muss? Ob man eventuell die Fanbeauftragten lieber vorher mit ins Boot nimmt, als sie dann später die fertige Suppe auslöffeln zu lassen? Die bisherige Berichterstattung und das gegenseitige Sich-auf-die-Schulter-klopfen am Saalmikrophon lässt allerdings erahnen, dass kein Handlungsbedarf gesehen wird.
Die Fanaktion: Ein Rohrkrepierer. Nichts gegen die Fans vom Eckernförder SV, die wie die Neulinge aus Schleswig oder Heikendorf in den Jahren zuvor richtig gut drauf waren. Doch das ist eben auch der Punkt: Es hat einmal den Charme dieses Turniers ausgemacht, dass auch Fans von Vereinen wie Kropp, Itzehoe oder Henstedt große Blöcke besetzten und ordentlich Stimmung machten, ohne dazu weder aufdringlich von der Hallenmoderation aufgefordert zu werden, noch dass dies zu einem Contest degradiert wurde. Und wer erinnert sich nicht gerne daran, dass vor Jahren der VfB von Kilia rausgekegelt wurde, begleitet von "Kiliaaa!!!"-Anfeuerungsrufen aus tausenden Kieler Kehlen? Wenig war davon am Samstag zu spüren, ein matter Abglanz alter Tage, schon zahlenmäßig.
Das Beste an diesem "klugen Schachzug" des Fanwettbewerbs war noch, dass man fast nichts davon mitbekommen hat. Bis dann zum Halbfinale doch noch Einkaufswagen voll mit Prämien-T-Shirts aufs Feld geschoben wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt ging der Schreiber davon aus, dass der Contest mangels Beteiligung stillschweigend unter den Kunstrasen gekehrt wurde. Ehrlich!
Der Fairness halber sollte erwähnt werden, dass die Musikbeschallung nicht ganz so penetrant laut wie im letzten Jahr bzw. wie im Vorbericht befürchtet war. "Fans von XY, seid ihr alle daaaaaa????" durfte aber natürlich wieder nicht fehlen.
Mangelnder Respekt vor den Zuschauern
Im Holsteinforum äußerte ein Schreiber bezogen auf den Vorbericht den Wunsch, die verantwortlichen Funktionäre mögen doch bitte holstein-block.de lesen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand diesem Wunsch nachkäme:
Es geht nicht darum, ob die Veranstaltung "zu kommerziell" ist oder nicht. Sondern es geht um Respekt. Respekt vor den zahlenden Fußballfans. Wer seine Gäste mit einem sportfernen Showprogramm so behandelt, als wären sie dumm, unmündig und bar jeden Geschmacks, soll sich auch nicht wundern, dass der mündige Fan den Samstagabend eben anders verbringt.
Der Irish Pub in der Langen Reihe, wo sich ein Teil der Holstein-Fanszene traf, war übrigens brechend voll.
Aus dem Holsteinforum, User "Baut", 15.01.2010 21:04
ich persönlich finde es einfach schade, dass diese ansich schöne veranstaltung durch die damen und herren veranstalter, vor allen dingen herren veranstalter, so aufgeblasen wird, dass es kein gemeinschaftserlebnis (mehr) für sowohl familien, als auch interessierte, als auch fans sein kann. in fast jedem kommentar steht entweder "der zirkus nervt, ich gehe nicht hin" oder aber "der zirkus nervt, aber ich gehe trotzdem hin". warum nicht einfach weglassen? es könnte ein saugeiles gemeinschaftserlebnis sein, dass es so im stadion nicht geben kann und vielleicht finden sich auch so neue zuschauer, die sich die spiele auch einmal im stadion geben wollen, weil ihnen das miteinander so gefallen hat. das wäre dann auch noch wirtschaftlich gesehen interessant.
aber stattdessen wird, ich unterstelle einfach mal bewusst, ein keil zwischen die verschiedenen sport- und/oder fussballinteressierten getrieben. das ist der punkt, der mich etwas kopfschüttelnd den samstag zu hause verbringen lässt sowohl als holstein anhänger, als auch als familienvater
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