Autor: n.h.
 Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. (Bild:Gegengerade) Das ist natürlich nicht ganz einfach, etwas qualifiziertes über ein Spiel zu schreiben, das man gar nicht gesehen hat oder über eine Auswärtstour, an der man nicht teilgenommen hat, auch wenn manch ein Schreiber im Holsteinforum das vielleicht anders sieht. Eine Möglichkeit ist, einfach mal Leute anzurufen, die vor Ort waren. Ob es irgendeine nette Anekdote gibt, über das Drumherum, was auch immer.
So war das Ergebnis vom ersten Telefonat, bei dem der Schwerpunkt darauf lag, nicht bei anderer Gelegenheit unvermittelt mit Behauptungen von der Art konfrontiert zu werden, es lägen gesicherte Erkenntnisse vor, dass die Supside in Besitz von Massenvernichtungswaffen sei, dass es eine ganz nette Tour war. Und dass die Spielanalyse von Wück im Großen und Ganzen korrekt wäre. Beim zweiten Telefonat - Namen werden hier nicht genannt - war von super Nacken vom Grill, schönem Wetter, freundlichem Empfang und ganz guter Stimmung bei den Holsteinfans untereinander die Rede. Und dass der Bericht auf Wücks Homepage im großen und ganzen dem Spielverlauf entspricht.
Bei den aufgezeichneten Fernsehbildern von NDR und MDR wird dann auch eine Situation gezeigt, wie sie von den Auswärtsfahrern beschrieben wurde: Holstein in Überzahl vor dem gegnerischen Tor. Aber statt einfach mal abzuziehen, wird der Ball ein ums andere mal quer gespielt und am Ende kommt nichts dabei raus - "mangelnde Torgeilheit" nennt das der Trainer. Auf der Suche nach dem Schuldigen fällt Francky Sembolo zumindest für die erste Stunde des Spiels aus - torlos war Holstein sowohl vor als auch nach seiner Einwechslung.
Bleibt also nur die Aufgabe, das torlose Remis in Erfurt zu interpretieren und zu bewerten.
Und da muss man wohl ganz klar sagen, dass man nicht meckern kann, auswärts in Erfurt gepunktet zu haben. Und selbst wenn man nicht in die mathematische Trickkiste greift, den Punkteschnitt der letzten beiden Spiele isoliert betrachtet und Kiel angesichts der ausgeglichen Liga als aufstiegsreif hinstellt, so ist es doch schon einmal eine kleine Hausnummer, dass Wück nun in fünf Spielen eine bessere Punktequote hat als jener Vorgänger, der nun mit dem ehemals als "seriös geführten Traditionsverein" bezeichneten Ex-Arbeitgeber vor Gericht streitet, in 9 Spielen. Berauschend ist das zwar immer noch nicht, aber wenns dann noch gegen Osna mit einem Heimdreier klappt - irgendwie ist der Schreiber davon völlig überzeugt - dann sähe die Welt auch wieder viel besser aus.
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