Autor: n.h.
 Konflikt mit der Technik: Irgendwo bei Helmstedt Wenn schon die Medien voll sind mit Berichten von Prominenten, die sich auf Irrfahrten durch Europa in flugunfähigen Verkehrsmitteln befinden, dann muss der Holstein-Block natürlich mithalten. Wobei es bei den ca. 30 Holsteinfans, die sich Samstagmorgen um vier per Bus nach Aue aufmachten, zugegebenermaßen vom Prominenzfaktor her nicht einmal fürs RTL-Dschungelcamp gereicht hätte und ein Flug ins Erzgebirge eigentlich ursprünglich auch nicht geplant war. Aber immerhin fand so etwas wie eine ungeplante Irrfahrt statt, an der allerdings genau genommen nicht das "Aschemonster" (BILD) Schuld hatte, sondern ein Busfahrer, der keinen Plan von innerdeutscher Geographie hatte nebst seinem scheiß Navi. Aber Dank dieses beinahe freundlichen Zeitgenossen, der gleich von Anfang an unmissverständlich zu verstehen gab, dass er vermutlich lieber eine Ladung dementer Senioren zur nächsten Heizdeckenabzocke kutschieren würde als Fußballfans, die mehrheitlich kaum aus dem "Flegelalter" raus sind, hat man nun auch die Innenstädte von Helmstedt oder Markranstädt bewundern dürfen. Wie durch ein Wunder kam man aber doch noch rechtzeitig in Aue an.
Was aber leider auch das einzige wundersame Ereignis an diesem Tag bleiben sollte.
Um aber gleich das Fazit der Tour vorwegzunehmen: Bereut hat den Trip wohl niemand von den Fans, die mindestens 21 Stunden "on the road" waren. Denn so hat man wohl für lange Zeit die einzige und letzte Gelegenheit genutzt, das KSV-Team zu einem Pflichtspiel ins Erzgebirgsstadion zu begleiten - bei herrlichstem Sonnenschein, Frühlingstemperaturen und einer grandiosen Kulisse von über 10.000 Lila-Weißen. Wobei man "Lila-Weiß" hier wörtlich nehmen muss, denn die Zuschauer auf den teilweise in den Hang gebauten Rängen (ohne Stahlrohr) waren zum größten Teil tatsächlich lila-weiß gekleidet und haben ordentlich Krach gemacht. Von der Verpflegung im Stadion wurde schon vor Ankunft im Bus gesprochen, wobei das später sich bestätigende Gerücht, dass es leckere Nudeltöpfe geben würde, vermutlich von den üblichen Verdächtigen kam. Dann gab es noch sogenannten Wiegebraten (eine Art gebratener Leberkäse im Brötchen) und natürlich die übliche Stadionwurst. Möglicherweise gar keine schlechte Idee, auch durch ein regional angehauchtes Stadioncatering ein wenig Identität und Einzigartigkeit zu schaffen - es soll ja Stadien geben, wo man lediglich ein liebloses Allerlei zu deutlich höheren Preisen aufgetischt bekommt. Ganz nebenbei: Es gab sogar Fischbrötchen in Aue.
 Konflikt mit den Schiris: Irgendwo Nähe Mittelkreis Hätte es keine Laufbahn gegeben, durch die das Geschehen auf dem Platz leider etwas weit weg war, so hätte das Erzgebirgsstadion sicherlich noch vor dem Offenbacher Ground (mit Äppelwoi-Ausschank!) in der Wertung der in dieser Saison besuchten Stadien gelegen. So kann der Schreiber, was das Spiel angeht, kaum mehr schreiben, als z.B. der Liveticker der KN hergibt.
Die KSV hat sicherlich kein schlechtes Spiel hingelegt und mit etwas mehr Glück - vielleicht auch der einen oder anderen gegenteiligen Entscheidung der Unparteiischen - hätte es auch das übliche Unentschieden werden können. Christian Wück ging jedenfalls nach Abpfiff schnurstracks auf die drei Referees zu - selbst aus der weiten Entfernung vom Gästeblock her bekam man nicht den Eindruck, er würde sich gerade angeregt über das schöne Wetter unterhalten oder sich mit einem Dank für die gute Leistung verabschieden.
Die Verabschiedung der Mannschaft von den vielleicht insgesamt 50 Holsteinfans im Gästeblock lief insofern anders ab, denn neben Shake-Hands gab es auch Beifall für 90 kämpferische Minuten, was aber genau genommen allerdings nicht der letzte Sichtkontakt auf dieser Tour sein sollte: Denn nachdem man sich auf dem Rückweg dank Navi über manch sächsische Landstraße gekämpft hatte und die Fahrercrew es an einem niedersächsischen McDonalds plötzlich überhaupt nicht mehr eilig hatte, wurde man kurz vor Mitternacht Höhe Abfahrt Hamburg-Bahrenfeld vom blau-weiß-roten Mannschaftsbus überholt. Jenem Gefährt, das dann - dank "Storchenpower" - das einzige Fluggerät sein wird, das die KSV unabhängig von isländischen Vulkanausbrüchen in der nächsten Saison auf dem Weg zu Punktspielen benutzen wird.
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