Autor: Jane_Doe
Nur 17 Tage nach seiner Verpflichtung als Cheftrainer der KSV nahm sich Christian Wück bereits heute Zeit, um sich mit einigen Vertreterinnen und Vertretern von Fangruppierungen und –medien im Holsteiner zum gegenseitigen Kennenlernen zu treffen.
Der Termin und die Frage der Räumlichkeiten wurden in direkter Mailkommunikation - zwischen Fanbeauftragten auf der einen und Christian Wück sowie Wolfgang Schwenke auf der anderen Seite - so schnell miteinander abgesprochen, dass nicht Wenige zu Recht scherzten, im Vergleich zur Vergangenheit sei dies nun wie ein Quantensprung von einem altem 56 K-Modem zu einem 16.000-er DSL-Anschluss. Nicht gering waren demnach die Erwartungen der heute anwesenden Fans.
In offener und freundlicher Atmosphäre tauschten sich die
Fanvertreterinnen und -vertreter mit Christian Wück insbesondere über
sportliche Aspekte und über die Vorstellungen und Wünsche bzgl. der
Beziehung zwischen Mannschaft und Fans aus.
Der (auch hörbar) gebürtige Franke gab eine positive Einschätzung über das Potenzial der Erstligamannschaft ab: „Wir müssen uns vor keiner Mannschaft in der Liga fußballerisch verstecken.“ Das Potenzial reiche zudem auch locker für einen 1-stelligen Tabellenplatz. Allerdings sei Fußball auch eine Kopfsache und in der nächsten Zeit werde das Trainerteam genau daran arbeiten. Es gelte Selbstvertrauen aufzubauen, um als Team zu funktionieren, und in der Offensive einen Schuss Egoismus sowie allgemein eine positive Aggressivität und Torgeilheit zu entwickeln. Christian Wück - der sich übrigens nicht selbst beim Verein bewarb, sondern von diesem kontaktiert wurde - führte weiter aus, dass er nur Spieler in seinen Reihen haben möchte, die höherklassig trainieren und spielen wollen. Ein Spieler, der damit zufrieden sei, in der 3. Liga zu spielen, werde uns nicht weiterbringen und müsse deshalb ausgetauscht werden. Auf die Frage, ob es zur Winterpause Neuverpflichtungen gebe, antwortete der Trainer, dass dies nicht sein müsse, aber schön wäre. Allerdings vertraue er der Mannschaft, denn das Potenzial sei da.
Christian Wück betonte zudem die Bedeutung der wechselseitigen Beziehung zwischen Fans und Mannschaft. Beide Seiten müssten zusammenarbeiten, um so voneinander zu profitieren. Die Fans müssten sich auf die Mannschaft genau so verlassen können wie die Mannschaft auf die Fans, so der Trainer. Auch dann, wenn es mal nicht so gut laufe, müsse sich die Mannschaft auf uns Fans verlassen können, was sich darin äußere, dass man die Kommunikation miteinander suche und es nicht zu Beschimpfungen käme.
Das mag alles nicht neu sein. Neu ist aber (zumindest für die Schreiberin von holsteinblock.de), dass die Ausführungen aufrichtig und glaubhaft klangen. Insbesondere beeindruckte Christian Wück die Anwesenden, als er fragte: „Wie stellt ihr euch die Zusammenarbeit mit der Mannschaft vor?“. Auch neu. Angedacht wurde gemeinsam, dass 2-3 Spieler bei gut organisierten Fantreffen regelmäßig vorbeischauen, um etwa Autogramme geben zu können und in entspannter Runde Fragen zu beantworten.
Die Vergangenheit lehrte uns Skepsis, ein Strauch mit Vorschusslorbeerblättern wart in Kiel lange nicht mehr gesehen. Dafür kann aber Christian Wück nichts. Dieser machte insgesamt den Eindruck, dass er genau weiß, was er will. Und was er nicht will. Und warum er etwas will oder eben nicht will. Dabei wirkte er offen, sympathisch und authentisch.
Und so wünscht sich die Schreiberin - auch für Christian Wück persönlich - eine gelungene Heimpremiere und dass sich seine Familie, die ihn erstmals im hohen Norden am Wochenende besuchen wird, nicht nur über den Strand und das Meer freuen kann, sondern auch über Zählbares.
P.S.: Ein Dankeschön an den Verein für die erste Runde Getränke und ans Holsteiner für die leckeren Flammkuchen.
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