Autor: n.h.
Ob es nun wirklich die derzeit "höhere Zufriedenheit" mit dem Verein war, die KSV-Aufsichtsrat Jürgen Weber augenzwinkernd als Grund für die geringere Beteiligung am zweiten Fanabend des Jahres nannte, lässt sich wohl letztlich nicht beantworten. Aber unbestreitbar ist das Verhältnis zwischen aktiver Fanszene, Vereinsführung und Spielern wesentlich entspannter, als dies noch vor 1-2 Jahren war - auch Dank der am Fanabend im Januar angekündigten besseren Kommunikation und neuen Strukturen. So wird der Fanrat, der aus den zwei offiziellen Fanbeauftragten, zwei Mitgliedern der Supside und gruppenungebundenen Mitgliedern besteht, in Zukunft alle 3-4 Wochen als Bindeglied und Sprachrohr der Fans zum Verein fungieren.
Zunächst aber stand das Sportliche bei dem vom Holstein-Pressemann Patrick Nawe moderierten Fanabend im Vordergrund. Neben der Vorstellung sämtlicher neuer Spieler nahm Peter Vollmann die Gelegenheit wahr, einige Legenden hinsichtlich der finanziellen Rahmenbedingungen mit der Realität zu konfrontieren. Quintessenz: "Wir sind nicht Hoffenheim!"
Konkret: von 4,6 Millionen Euro Gesamtetat, so Vollmann, würden
mindestens 50% in andere Dinge als in die Ligamannschaft gehen. Somit
stünde also weniger Geld als bei Wilhelmshaven oder Magdeburg zur
Verfügung. Sämtliche neue Spieler hätten bei der Verpflichtung auch
Zugeständnisse gemacht; viele Namen, die im Vorfeld genannt wurden,
wären schlichtweg nicht bezahlbar gewesen.
Auf die sportliche Zielsetzung in dieser Saison angesprochen, erklärte
Vollmann, dass man "ganz noch oben durchziehen" wolle, allerdings die
ersten drei Spieltage gezeigt hätten, dass die Liga noch ausgeglichener sei
als vorher vermutet. Erst nach 10-12 Spielen gäbe es mehr Klarheit.
Weder zum sportlichen Bereich noch beim Programmpunkt Fans gab es viele Nachfragen aus dem "Plenum" - nach gerade 70 Minuten war der Fanabend schon vorbei. Sowohl Jürgen Weber als auch Fanvertreter beschrieben
zuvor noch in Sachen Fanarbeit den Stand der Dinge: Der
versprochene neue Fancontainer ist da; für Auswärtsfahrten stellt die
KSV einen Risikofonds für Busfahrten. Beim Thema Zaunfahnenplätze
zeichnen sich Lösungen ab und ein eigenständiges Fanprojekt könne nach
Aufstockung möglicher Fördergelder seitens des DFB und einer Zusage des
Landes in Angriff genommen werden - nur von der Landeshauptstadt
Kiel würde eine entsprechende Finanzierungszusage noch ausstehen.
Fazit: Es geht aufwärts. Vielleicht wäre ein von Fanseite organisierter
Stammtisch oder ein ähnlicher, weniger formeller Rahmen eine
zusätzliche Möglichkeit, ein wenig die leichten "Sprachhemmungen"
zwischen Spielern und Fans wie auf den letzten Fanabenden zu
beseitigen.
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