Autor: valderama carlos
 Der beste Spieler in Blau stand heute nicht auf dem Platz Einen arbeitsfreien Sonntag kann man sich in vielfältiger Art und Weise angenehm gestalten. Indem man ausschläft oder ausgedehnt frühstückt beispielsweise. Schließlich steht der Sonntag als „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung“ unter besonderem Schutz des Grundgesetzes, wie es hier in Artikel 140 heißt.
Stattdessen kann man sich an einem solchen Sonntag aber auch seelischen Qualen aussetzen. So wie etwa 200 Holstein-Fans, die sich ins Dortmunder Stadion „Rote Erde“ begeben hatten, um dort dem Kellerduell der 3.Liga BVB II - Holstein Kiel beizuwohnen.
Pünktlich eine halbe Stunde vor Spielbeginn begann es zu regnen und so war dann auch der äußere Rahmen stimmig für ein Fußballspiel, das man von Holsteiner Seite einfach nur als schlecht bezeichnen kann. Schon die erste Halbzeit war nur schwer zu ertragen. Holstein war zwar bemüht und erspielte sich so schnell eine optische Überlegenheit, doch außer zahlreichen Ecken kam dabei auch nicht viel raus. Torgefahr sieht jedenfalls anders aus. Ein interessantes Fußballspiel auch.
Von den Dortmunder Gastgebern war noch weniger zu sehen, so daß Simon Henzler in den ersten 45 Minuten lediglich ein Schüßchen abwehren mußte und ansonsten beschäftigungslos blieb. So weit so schlecht. In der Halbzeit bedachten sich dann Fans beider Seiten über den Platz hinweg mit allerlei Schmähungen und sorgten so zumindest für einen Anflug von Unterhaltung. Und immerhin konnte man zu diesem Zeitpunkt noch die Hoffnung haben, daß die KSV hier zumindest einen Punkt mitnehmen würde. Angesichts der Harmlosigkeit beider Mannschaften wäre ein 0:0 ein wirklich stimmiges Ergebnis gewesen.  Im Zwiefelsfall interessanter als das Spiel: die Architektur des Westfalenstadions Doch es kam leider anders, denn nach der Pause übernahm der Dortmunder Nachwuchs immer mehr die Initiative. Belohnt wurden diese Bemühungen dann in der 68.Minute, als ein Dortmunder nach einem Freistoß per Kopf zum Tor des Tages einnetzte. Dieses 1:0 konnten die Schwarz-Gelben dann bis zum Schluß halten, denn was Holstein in der Folge bot, war mehr Krampf als alles andere. Spielerisch fehlten die Mittel, die Dortmunder Abwehr auseinander zu nehmen und ein wirkliches Aufbäumen gegen die drohende Niederlage war auch nicht festzustellen. Daran änderten auch die eingewechselten Siedschlag, Sembolo und Guscinas absolut nichts. Zu allem Überfluß dann auch noch die rote Karte für Lamprecht und Feierabend.
Holstein ist damit auf Platz 18 abgerutscht und so muß man wohl realistischerweise befürchten, daß die KSV auf den Abstiegsrängen überwintern wird. Einzige Hoffnung momentan: die nächsten Gegner sind Regensburg und Burghausen und somit keine direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Denn gegen diese Teams (Dresden, Wuppertal, Bayern II, Dortmund II) sieht Holstein diese Saison einfach nur alt aus.
Scheiß Tag heute. Ich hätte im Bett bleiben sollen.
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