Autor: Mathias Woloszyn
Obwohl ich in den letzten Jahren eher unregelmäßiger Gast der Holstein Mitgliederversammlungen war, wurde der Termin der diesjährigen JHV im Vorfelde rot inkl. extra dafür genommen Urlaub in meinen Kalender eingetragen. Immerhin besitze ich seit kurzem einen dieser neuen coolen Rabattkarten Hologrammausweise und trage damit ja jetzt auch Leidenschaft, Tradition und Herzblut im Portmonee, was im Vergleich zu den blauen Pappausweisen oder dem direkten Vorgänger der schlichten Lichtbildkarte ja ein Riesenfortschritt in der gelebten Mitgliedschaft darstellt. Noch schöner wäre es allerdings, wenn es der Verein schaffen würde, vor der Versammlung, die ja das höchste Organ des Vereins darstellt, eine korrekte Tagesordnung zu verfassen und diese nicht nur aus der Satzung abzuschreiben.
Zum Glück ist das allerdings noch vorher aufgefallen, so daß wir bei Abholung der Stimmkarten auch eine korrekte in die Hand gedrückt bekamen, die folgendermaßen aussah:
Top 1 Begrüßung
Nur 56 stimmberechtigte Mitglieder (aktueller Stand 1136 davon 262 passiv) wurden demnach von Herrn Reime
begrüßt. Dieser ging auch noch kurz auf den KN Artikel
ein, in dem er falsch zu den Präsidiumswahlen zitiert wurde. Ob
es meiner Meinung nach vielleicht auch an der schlechten Pressearbeit
der KSV in den letzten Wochen liegen könnte, dass solche
Übertragungsfehler passieren, stelle ich mal kommentarlos in den
Raum. Beispiel wäre hier ja die oben erwähnte falsche
Tagesordnung.
Top 2 Genehmigung der
Tagesordnung
Nachdem diese ja geändert und
die Wahlen zum Wahlausschuss gestrichen wurden, konnte diese dann auch
ohne Probleme von der Versammlung genehmigt werden.
Top 3 Genehmigung des Protokolls
der letzten Versammlung.
Auch ging es noch recht
langweilig weiter, da solche Protokolle -wie auch hier- meistens kommentarlos
verabschiedet werden.
Top 4 Berichte des
Das
sportliche schwierige und enttäuschende Jahr hätte so
keiner erwartet. Wir sind aber mit der Verpflichtung von Bornemann
und Schwenke, die beide ins Präsidium gewählt worden sind, auf einen guten Wege unsere Strukturen weiter zu verbessern und sind
hier mittlerweile professionell aufgestellt
Das laufende
Geschäftsjahr wird mit einer schwarzen Null beendet. Außerdem
sind neben weiterer Werbemaßnahmen für neue Mitglieder
auch andere Dinge wie zB. ein Familienblock oder ein Kindergarten
während der Heimspiele geplant. Die Saison war im Ligabereich
sportlich eine Katastrophe, aber dafür waren wir im
Nachwuchsbereich recht erfolgreich.
Die
sportliche Qualität hätte eigentlich für die Klasse
reichen müssen. Aber die hohe Fluktuation auf dem Trainerposten
war alles andere als hilfreich. Die Mannschaft hat es außerdem nie
geschafft, eine Einheit zu werden. Auch die Krankheitswelle während
der englischen Wochen und einige andere Punkte haben dazu geführt,
dass wir am Ende abgestiegen sind.
Obwohl erst
jetzt endgültig unsere Klasse und damit auch unser Etat
feststeht, blicken wir nach vorne und wollen, wenn Red Bull Leipzig
schwächelt, da sein. Dieses soll mit bisher 7 Spielern, die
gültige Verträge besitzen, und einer Spielergruppe aus dem
alten Kader, mit denen Verhandlungen geführt werden, geschehen.
Dazu sollen noch einige aus der sehr guten Jugendarbeit, in diesem
Fall U23 und U19, in die Liga aufrücken und der Kader durch
punktuelle externe Verstärkungen ergänzt werden.
Die weiter oben
erwähnte schlechte Berichterstattung der KN zum Präsidium
wurde nochmal kritisiert. Ehlers und Fandrey werden das Präsidium
zwar verlassen, haben dieses aber schon länger aus
unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten
angekündigt. Der Aufsichtsrat ist sich bewusst, dass es nicht nur
gute Entscheidungen gab und übernimmt die Verantwortung dafür.
-
Der Abteilungen
(Spartenleiter)
-
Die Chearleader sind
sehr erfolgreich und haben einige Titel gesammelt. Außerdem
fahren diese nach Helsinki zur Europameisterschaft und werden dort
die KSV vertreten.
-
Die Handballer haben
einen kurzen Bericht über deren sportliche Erfolge und
Perspektven abgegeben.
-
Die Schiedrichterabteilung
hat keinen Obmann mehr, arbeitet aber zügig an der Nachfolge.
-
Die SG PT/KSV, Woman und
die Tennisabteilung waren enttäuschenderweise nicht mit
offiziellen Vertretern oder Mitgliedern vertreten.
Danach folgte
eine
Ein
langjähriges Mitglied nahm das „Tradition, Herzblut,
Leidenschaft“ Hologramm auf den neuen Ausweisen als Aufhänger
für eine sehr gute Rede, in der Bornemann und Schwenke sehr
einstecken mussten. Auch einige andere Mitglieder kritisierten
Entscheidungen des Präsidiums. So hätte z.B spätestens
nach dem 6:1 in Bremen auffallen müssen, dass Wück die
Bindung zur Mannschaft fehlte und dieser einfach nicht nach Kiel
passte.
Diese leiteten
diese Kritik in Teilen an die Mannschaft weiter, die in keinster
Weise das von allen verlangte Herzblut und im Gegensatz
Arbeitsverweigerung gezeigt hat. Die öffentliche Anzählung
von Herrn Wück hätte dessen Autorität zusätzlich
geschwächt.
Auch der
„Verfall“ des Leistungszentrums durch Fröhling und
angebliche Wechsel diverser Nachwuchsspieler wurde abgewehrt.
Immerhin wurde mit der Verpflichtung von Gutzeit ein Zeichen gesetzt,
wieder verstärkt auf eigene Kräfte zu setzen und wenn
Spieler diese Zeichen nicht erkennen würde ist denen auch nicht
mehr zu helfen.
Auch wenn diese
Rechtfertigungen stimmen, sehe ich die Aufgaben der beiden eigentlich
darin, in Zusammenarbeit mit dem Trainer Maßnahmen zu ergreifen,
wenn erkannt wird, dass die Mannschaft charakterlich alles andere als
gut aufgestellt ist. Das sich Schwenke mit dem Versprecher, dass Bornemann
erst seit Februar im Verein sei und da die Saison schon gelaufen wäre,
einen üblen Schnitzer erlaubte, und vorher schon mit einem
erbosten Zwischenlaut auffiel, kam bei mir alles andere als gut an.
Ein bischen mehr Kritikfähigkeit oder das Eingeständnis von
gemachten Fehlern würde beiden Herren sehr gut tun und wären
gute Ansätze für den Neuanfang, der auch auf geschäftlicher
Ebene erfolgen muss.
Die Kritik an
der Öffentlchkeitsarbeit wurde ebenfalls mit dem Verweis
abgeschmettert, dass die KSV sich nicht an Gerüchten beteiligt und
nur feststehende Fakten verkündet. Dass es uns Fans und Mitgliedern langen würde,
überhaupt mal nichtsagende Lebenszeichen des Vereins wie zb:
„Wir hoffen auf die Lizenz….. haben 7 gültige
Verträge für die Rl…. Führen Gespräche
usw“ zu hören, wurde von beiden in keinster Weise
verstanden.
Eine wir-verbreiten-nur-Fakten-Pressearbeit ist vielleicht in der Wirtschaft
möglich, aber im Fussball, wo es um Leidenschaft, Tradition und
Herzblut geht, alles andere als produktiv in Sachen Kunden- bzw.
Fanarbeit.
Top 4
Bericht des Kassenprüfers.
Dieser
bestätigte die vorbildliche Buchhaltung des Vereins und forderte
die Entlastung des Präsidiums und des Aufsichtsrates was unter
Top 5
Entlastungen
Mit nur einer
Gegenstimme und einigen Enthaltungen problemlos geschah.
Top 6
Wahlen
Der
Wahlauschuss plädierte für Kontinuität im Aufsichtsrat
und empfahl der Versammlung diesen in der bisherigen Besetzung zur
Wiederwahl im Block.
Da es einige
Fehlentscheidungen gab und eine direkte Wahl des Präsidiums
nicht mehr möglich ist, nutzten 4 Mitglieder dies, um mit
Gegenstimmen ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Vereinsführung
zu zeigen. Einige weitere enthielten sich, so dass die Wiederwahl zwar
wie erwartet erfolgte, aber auf jeden Fall eine symbolische Kritik
gezeigt werden konnte, was zumindestens ein kleiner Erfolg ist.
Danach erfolgte
noch die Wahl der neuen Kassenprüfer was bis auf die kurze und
amüsante Suche nach geeigneten Kandidaten ohne Probleme verlief.
Top 7
Investionsmassnahmen im Stadion und Projensdorf
Zur Abstimmung
standen die Massnahmen des Landes und der Stadt die wie zu erwarten
einstimmig angenommen wurden.
Top 8
Verschiedenes
Es gab noch
einige lustige Anmerkungen wie zb die neue Größe der
Vereinszeitung, die für Sammler äusserst unpraktisch ist und
zum Abschluss eine Rede von Reime, der nochmals alles ausführte,
was toll gelaufen ist. In Angesicht des Scherbenhaufens, der zur Zeit
vor uns steht fand ich diese sehr unpassend. Als dann zum
wiederholten Male Tradition und ähnliche Worte fielen, platzte
auch Thomas Döbel mit der Bemerkung “die Tradition geht
doch aus dem Präsidium“ der Kragen.
Dieses bezog
sich auf Ehlers und Fandrey, die, wie bereits geschrieben, aufhören.
Jeder kann von ihm halten, was er will, aber mit diesen Satz hat er
gezeigt, dass ihm Holstein wie uns allen sehr am Herzen liegt und damit
ausgesprochen, was viele von der neuen Führungsriege halten. Auch
ich finde es nämlich fatal, nur noch komplette Nichtholsteiner
im Präsidium sitzen zu haben. Und ob der Rücktritt der
beiden wirklich nur aus privaten Gründen oder zeitlichen Gründen
geschah, bezweifel ich ganz stark.
Nach dem Ende
der Versammlung liessen wir den Abend noch in kleiner Runde mit
diversen Gesprächen über die Zukunft des Vereins
ausklingen. Obwohl es uns sehr schwer fiel, fanden wir am Ende sogar
noch ein positives Fazit dieser Veranstaltung. Mit der Erkenntnis,
dass es uns sogar dank unserer tollen Rabattkarten Hologrammausweise gelang, nach mehrmaligen Nachhaken einen
verbilligten Burger im Holsteiner zu erstehen und sich Schwenke um
einige angeprangerte Probleme bei den Vergünstigungen kümmern
will, sind es sogar 2 positive Nachrichten. Ob allerdings die
Priorität meiner Mitgliedschaft darin liegt, dass die Tradition,
Herzblut und Leidenschaft sich nicht nur in Form einer Plastikarte im
Geldbeutel, sondern auch wirklich im roten Plastik Herzen
befinden, ist eine andere Geschichte und sollte jeder für sich
selbst entscheiden.
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