Autor: n.h.
 Wolfgang Schwenke, Roland Reime, Andreas Bornemann Nein, es lag nicht am Schneegestöber vor der Tür, dass der neue 38-jährige sportliche Leiter der KSV die Pressekonferenz im Holsteiner mit weiß-grauem Haar betrat. Denn im Gegensatz zur Haarfarbe von Michael Schumacher ist die offensichtlich echt. Ob die Verpflichtung von Andreas Bornemann auch für ein Holsteiner Comeback auf den Nichtabstiegsplätzen hilfreich sein wird ist dabei aber sicherlich für die Fans im Endeffekt interessanter als irgendwelche Äußerlichkeiten - wenn wir hier mal die Frisur eines gewissen Ex-Trainers außen vor lassen. Bei all den wetterbedingt schlechten Nachrichten der letzten Wochen, einhergehend mit einer durchwachsenen Vorbereitung auf die Restsaison, ist die Personalie Bornemann grundsätzlich positiv zu sehen.
Rückblickend wird Bornemann in Freiburg (2002-07) eine gute Arbeit als Sportdirektor attestiert, in Aachen (2009) hatte er indes weniger Fortune. Wichtiger als die Vergangenheit als teils erfolgreicher Bundesligamanager erscheinen aber die strukturellen Veränderungen, die mit Bornemanns Verpflichtung einen vorläufigen Abschluss gefunden haben:
Bereits mit Wirkung zum 21. Januar ist Bornemann zusammen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Schwenke in das bisher dreiköpfige - komplett ehrenamtliche - Holstein-Präsidium aufgerückt. Was vom Holstein-Präsident Reime als "logischer Weg in Richtung einer weiteren Professionalisierung genannt wird", heißt wohl im Klartext, dass in Zukunft Entscheidungen, wie z.B. Vertragsverlängerungen, näher am sportlichen Geschehen orientiert sein sollen. Die "gewichtigen Gönner" (Zitat aus dem Holsteinforum) können somit hoffen, dass sie in Zukunft nicht nur mehr Leistung für ihr Geld bekommen, sondern sich auch weniger um das sportliche Tagesgeschäft kümmern müssen. Eine klassische "Win-Win"-Situation sozusagen.
Wichtig erscheint aber auch, dass die maßgeblichen Akteure bei Holstein als Team arbeiten. In Hinsicht auf Christian Wück, mit dem Bornemann nach eigenen Angaben bereits früh das Gespräch gesucht hat, scheint es nicht nur altersmäßig zu passen. Und mit Wolfgang Schwenke, mit dem er seit Dezember im intensiven Kontakt stand, stimmt die Chemie offensichtlich auch. Angesichts auslaufender Verträge und einer brenzligen Tabellensituation wird Bornemann, der bisher nur zwei Spiele sah (Dortmund und St. Pauli) und am Dienstag erst das dritte Mal in Kiel war, vermutlich viel zu tun haben in den nächsten Wochen.
In ersten Reaktionen zeigte sich manch Holsteinfan skeptisch, ob der "sehr große Vertrauensvorschuss", den Stefan Tholund als Vorsitzender der KSV-Aufsichtrates gegenüber Andreas Bornemann betonte, gerechtfertigt sei. Die Erinnerung an das Falko-Götz-Desaster ist eben noch sehr lebendig.
Ein eigenes Bild wird man sich bereits am 17. Februar im Holsteiner machen können. Denn neben dem Trainer, neuen und ausgewählten "alten" Spielern und dem KSV-Geschäftsführer wird auch Andreas Bornemann im Rahmen eines öffentlichen Fanabends Rede und Antwort stehen.
Vorausgesetzt natürlich, dass nicht noch ein Nachholspiel oder ein Schneegestöber terminlich dazwischen kommt ...
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