Holstein Kiel
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90 Minuten
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23. Aug 10 |
 Marley und Gutzeit - fehlt nur noch Che Guevara. "Alles Kommunisssten!!! Und im Vorstand sind auch nur Kommunisssten!!!" - Gerade hatte Wilhelmshaven den 2:2-Ausgleich gegen Kiel gemacht, als ein durchaus prominenterer Alkoholbefürworter in Block J diese messerscharfe Analyse zum Geschehen auf dem Platz und bezüglich der Holstein-Verantwortlichen lautstark zum Besten gab. Für die Kiddies im benachbarten Familienblock K1 ist das natürlich eine pädagogisch wertvolle Sache, mit erweitertem Wortschatz nach Hause zu gehen. Wobei die Schlausten sowieso zukünftig den Holsteinspielen wegen eines aufgebesserten Tageschengeldes entgegenfiebern werden. Als Mitgehkinder. Denn während zwei Erwachsene für K1 im Einzelverkauf 36 Euro bezahlen müssen, sind es bei zwei Erwachsenen mit Kind nur 32 Euro. Wenn man es also trotz elektronischer Einlasskontrolle schafft, vier Ladungen Erwachsene reinzuschleusen und jeweils Halbe-Halbe macht, bleiben 8 Euro Reingewinn - dafür hätte der Schreiber Anfang der 80er über 100 Holsten-Edel Pfandflaschen auf dem Eutiner Waldeck-Sportplatz sammeln müssen! Ganz nebenbei: hat jemand zufällig vor Wochen diesen Bericht im SH-Magazin gesehen, wo ein Knirps in Wacken mit einem getuneten Lasten-Kettcar gegen Bares Bierpaletten vom Edeka zum Festivalgelände transportierte? Großartig, oder?
Wenn man Kommunismus als "gute Unterhaltung für alle" definieren würde, so wäre die Analyse des eingangs zitierten Holsteinfans bezogen auf die gesamten 90 Minuten des ersten Heimspiels der Saison 10/11 ein absoluter Volltreffer - mehr geht kaum.
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20. Aug 10 |
 Schicke Wolken beim letzten Heimspiel gegen SVW Sah doch eigentlich garnicht so schlimm aus: Beim Aufbruch von Kiel-Süd Richtung Projensdorf, wo Donnerstagmittag in der neuen Geschäftsstelle das Presse-Vorgespräch zum Wilhelmshaven-Heimspiel stattfand, hatten sich nahezu sämtliche Wolken verzogen, so dass der Schreiber dann per Rad noch den Umweg "am Wasser" einschlug. Kurz hinterm Restaurant Seeburg durfte er dann feststellen, dass manche Bäume weniger geeignet sind, sich bei einem Platzregen unterzustellen, als andere; später dann, am nördlichen Hindenburgufer, war der Radweg völlig trocken - was der Schreiber allerdings nicht von sich selbst behaupten konnte.
Nicht wirklich schlimm sah das auch erst aus, was sich laut Trainer Gutzeit im Montags-Training zutrug: Irgendeine verkehrte Drehung ohne Fremdeinwirkung, Tim Wulff geht erhobenen Hauptes vom Platz. Erst nach der Untersuchung tags darauf wird klar, dass der Holstein-Stürmer nach einer "verregneten" Vorbereitung mit Knie-OP nun eine persönliche Unwetterkatastrophe erlebt: Kreuzbandriss. Ganz bitter.
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9. Aug 10 |
"Das wird eine ganz skurrile Saison - Fiete Sykora und Francky Sembolo treffen BEIDE am ERSTEN Spieltag!". So ganz konnten die gut 600 Holsteinfans ihr Glück nach Abpfiff garnicht fassen, was sich auch in manchen Kommentaren niederschlug. Nachdem Holstein in der ersten Halbzeit eine wirklich gute Vorstellung bot, den kleinen HSV kaum ins Spiel kommen ließ und nach dem Führungstor noch zwei Großchancen sträflich ausließ, war es letztlich Michael Frech, der nach dem Hamburger Ausgleich in Halbzeit 2 mit mehreren Glanzparaden die Kohlen aus dem Feuer holte. Hoffte man bis kurz vor Ende, dass man wenigstens einen Punkt nach Hause retten könnte, so war das späte Tor durch Fiete Sykora wie eine Riesen-Erbschaft von einer unbekannten Großtante aus den USA. Irgendwie unverdient, man nimmts aber gerne mit.
Für eine gute Portion Skurrilität sorgten indes die Sicherheitsvorkehrungen des HSV bereits vor dem Spiel - man ist das aber schon garnicht mehr anders gewöhnt von den Hamburgern.
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7. Aug 10 |
Es wäre eine glatte Lüge, wenn der Schreiber behaupten würde, er hätte die KSV jeden Tag der Sommerpause vermisst. Der Frust über den sang-, klang- und kampflosen Abstieg saß einerseits tief. Andererseits bot der Sommer auch fantastische Ablenkungen. So denkt man bei Temperaturen um die 30 Grad an Bord eines Fördedampfers auf dem Weg nach Möltenort mit Blick auf die kleiner werdende Silhouette der Landeshauptstadt, dass man doch in einer geilen Stadt lebt. Hätte man noch anschließend diese Szenerie aus blühenden Hagebuttensträuchern am Fördewanderweg, Segelbooten und halbstarken "Brückenspringern", die an den Anlegern der Fördeschifffahrt das Sommerloch der Kieler Nachrichten stopften, fotografiert und als Postkarte mit "Saluti dal Lago di Garda " verschickt: Der Beschiss wäre wohl erst mit Blick auf die fehlende italienische Briefmarke aufgefallen. Und auch die junge deutsche Nationalmannschaft wusste in der Sommerpause unter maßgeblicher Beihilfe von Kevin-Prince Boateng für sich zu begeistern. Wobei der Unterhaltungswert der gesamten Veranstaltung, die man teilweise bei wohlriechenden Tieropferungen in einem Süd-Kieler Schreberdschungel ohne Event-Generve miterlebte, durch die kläglichen Auftritte von Frankreich oder besonders Italien nicht unbedingt geschmälert wurde. Das grausige Getröte hat man derweil fast schon wieder vergessen.
So war es dann fast schon wie eine lästige Pflicht, bei Hitze das erste Testspiel der KSV in Kiel, gegen den Wiker SV, zu besuchen. Was sich im Endeffekt eher als Werbung für die Wiker erweisen sollte.
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15. Mai 10 |
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 Mehr geile Pyrobilder gibts in den KN In etwa so verliefen spätabends nach dem Spiel Gespräche unter Holsteinfans: "Das ist jetzt der absolute Tiefpunkt!" - "Bist Du sicher, dass es nicht noch schlimmer kommen kann?" - "Nee, jetzt kanns nur noch aufwärts gehen". Ein weiterer Gesprächspartner kommt hinzu und erzählt, dass Frank Neubarth zwischen KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke und Scout Jan Sandmann auf der Tribüne gesichtet wurde. "Nee, das glaub ich nicht, dass der wieder Trainer wird." Gedankenpause. Danach allgemeine Einigkeit, dass man selbst DAS bei Holstein für denkbar hält.
Später hat noch jemand ein paar VfB-Flaggen aus dem VIP-Bereich besorgt. Fahnenschwenkend werden nun Holsteinfans empfangen, die das Holsteiner Gasthaus verlassen. Einziger Kommentar zu den vermeintlichen VfB-Fans: "Ihr habt heute verdient gewonnen!".
Anderthalb Jahre ist es her, dass Peter Vollmann ohne Rückhalt bei der Vereinsführung mit relativ bescheidenen Mitteln, aber einem echten Team auf der Lübecker Lohmühle die Herbstmeisterschaft der Regionalliga Nord holte. Ein halbes Jahr später wurde mit überhaupt nicht mehr bescheidenen Mitteln der Aufstieg gefeiert. Ein weiteres Jahr später sind es eigentlich nur noch die Mitfans, die einem noch einen Anlass geben, Holsteinspiele zu besuchen. Denn sowohl in sportlicher, aber vor allem in ideeller Hinsicht ist da ansonsten nichts geblieben.
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Regionalliga Nord 2012/2013
| 1 |
Holstein |
30 |
67 |
+47 |
| 2 |
TSV Havelse |
30 |
63 |
+41 |
| 3 |
Wolfsburg 2 |
30 |
56 |
+29 |
| 4 |
Hannover 96 |
30 |
54 |
+27 |
| 5 |
Bremen 2 |
30 |
48 |
+21 |
| 6 |
Neumünster |
30 |
38 |
-17 |
| 7 |
ETSV Weiche |
30 |
37 |
-10 |
| 8 |
Goslarer SC |
30 |
36 |
-9 |
| 9 |
SW Rehden |
30 |
35 |
-6 |
| 10 |
Oldenburg |
30 |
35 |
-6 |
| 11 |
Cloppenburg |
30 |
34 |
-10 |
| 12 |
SV Meppen |
30 |
34 |
-12 |
| 13 |
St. Pauli II |
30 |
34 |
-28 |
| 14 |
Hamburg 2 |
30 |
31 |
-17 |
| 15 |
SC Victoria |
30 |
30 |
-36 |
| 16 |
SV W'haven |
30 |
27 |
-14 |
| 17 |
Oberneuland |
0 |
0 |
0 |
| 18 |
Lübeck |
0 |
0 |
0 |
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