Autor: n.h.
 Kondome schützen Lasst die Leute quasseln, wie sie wollen. Seien es die "Fake-Ultras" von Red-Bull, die sich per Zeitungsinterview über die "widerliche Hetzkampagne deutscher Fußballfans gegen den »Retortenverein« RB Leipzig" echauffieren. Oder seien es ellenlange soziologische Elaborate über die Frage, warum die Leipziger Filiale der klebrigen Ösi-Brause eigentlich so richtig scheiße ist. Denn der Kern der Sache ist und bleibt doch dieser: Es gibt doch fast (!) nichts schöneres, als Leute scheitern zu sehen, die meinen, dass man mit Geld alles kaufen kann.
Und aus Holsteiner Perspektive heißt das eben, dass man sich in der bisherigen Saison nicht nur über neun wirklich überraschende Punkte eines jungen "No-Name"-Teams mit einem "No-Name"-Trainer nach drei Partien freuen kann. Oder dass Manche auch eine gewisse Genugtuung über die bisherigen Erfolge von Peter Vollmann bei Hansa Rostock empfinden. Ebenso schön ist doch, dass man bei Red Bull in Sachen Schadenfreude bisher voll auf seine Kosten kommt. Drei mickrige Punkte aus drei Spielen, wobei die Berliner Kicker von Türkiyemspor gegen RB ihren bisher einzigen Punkt holten.
Mit Wilhelmshaven, HSV2 und Oberneuland hat die erste Herrenmannschaft der KSV Holstein bisher drei Mannschaften geschlagen, die vermutlich auch am Ende der Saison nicht in oberen Tabellenregionen zu finden sein werden. Mit dem kommenden Gegner, Anstoß Freitag, 19:00 Uhr, sieht das wohl etwas anders aus. Und wenn Thorsten Gutzeit davon spricht, dass jede Mannschaft gegen RB noch "zwanzig Prozent drauflegen" würde, so sollten die Fans mindestens zweihundert Prozent drauflegen.
Motto des Abends für Team und Fans, in Anlehnung an das berühmteste Zitat des größten Kieler Philosophen aller Zeiten: "RB is fällich!!!"
 'Wir geben lieber auf die Freundschaft mehr' Und die Chancen stehen auch nicht allzu schlecht, dass die wirklich extreme Vorfreude auf diese Freitagabend-Flutlicht-Partie nicht enttäuscht wird. RB steht unter Druck. Wenn in den Brauseforen schon gemunkelt wird, dass RB-Trainer Oral möglicherweise die Mannschaft nicht erreicht und der RB-Medienverantwortliche schon versichern muss, dass es keine Diskussion um den Trainer gäbe, dann ist klar, dass diese Diskussion vermutlich schon im vollen Gange ist und mit einer Niederlage gegen Kiel einen Abschluss finden könnte.
Auf Holsteiner Seite hat das junge Team um Trainer Gutzeit nach kurzer Zeit schon sehr viel Kredit beim Publikum erspielt. Drei in der Schlussphase gewonnene Partien und zudem in Oberneuland nach zwei Toren Rückstand eine Riesenmoral bewiesen: Ein Sieg gegen den Aufstiegsfavoriten aus Österreich, egal wie, würde die Jungs jetzt schon zu absoluten Helden machen, während ein Scheitern gegen ein Team von sehr erfahrenen Einzelspielern zwar ideell gesehen sehr schade wäre, aber aus sportlicher Sicht eben keine Katastrophe. Solange die Jungs wieder alles geben.  ... oder 25 Cent aus dem Pfandautomaten holen.
Die Gäste, die bei der Anzahl der geschossenen Tore nur noch Energie Cottbus hinter sich lassen, müssen also selbst tätig werden, anstatt nur mit Maus und Mann zu verteidigen und auf Konter zu hoffen. Gegen das Team mit der bisher erfolgreichsten Offensive der Liga sollte das ein offener Schlagabtausch werden. Der Schreiber tippt, dass am Ende ein richtig schön dreckiges 2:1 für Kiel dabei rausspringt und dass die Erkenntnis des späteren Abends sein wird, dass man zwar mit Geld nicht alles kaufen kann - Bier aber schon.
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