Autor: n.h.
 Testspiel-Highlights: Francky Sembolo und der Hotdogwagen Das hatte schon etwas von einem Sommerpausen-Testspiel in schönem unterklassigem Ambiente: Die Verantwortlichen beim ETSV Weiche Flensburg gaben sich beim SHFV-Halbfinale redlich Mühe, die angereisten Kieler Zuschauer mit Hotdogs, angenehmen Getränkepreisen und vor allem respekatblen Grillnackenlappen im Brötchen von allzu düsteren Gedanken an die vergangene Saison abzulenken. Man fühlte sich an entspannte Freundschafts-Kicks der ersten Herrenmannschaft beim TSV Russee oder natürlich Kilia in den letzten Jahren erinnert - man würde sonst was darum geben, wenn man im Holsteinstadion statt unterklassiger Darbietungen auf dem Platz das entsprechende Catering jenseits des Spielfeldes genießen dürfte.
Der Testspiel-Charakter in Flensburg wurde auch durch das fußballerische Geschehen unterstrichen: Weiche war vor allem in der ersten Halbzeit nicht wirklich gut davor. Holstein zwar überlegen, aber: dass man hier einem Spiel beiwohnt, wo es wirklich noch um etwas geht, hätte ein unbeteiligter Zaungast auf Anhieb wohl auch nicht wahrgenommen.
Wobei sich die Kieler "Testspieler" sehr unterschiedlich präsentierten:
In der Offensive empfahl sich immerhin Francky Sembolo mit seinen drei Toren, auch wenn Trainer Wück gegenüber dem Flensburger Tageblatt äußerte, dass Sembolo nur "fünf Aktionen im ganzen Spiel" gehabt habe. Fiete Sykora empfahl sich stattdessen für einen Job bei der Bundeswehr, Abteilung Flugabwehr, denn seine Schüsse waren eher geeignet, startende Einmotorige vom nahe gelegenen Flugplatz Schäferhaus vom Himmel zu holen, als das Tor zu treffen. Offensivkraft Massimo Cannizzaro soll übrigens auch auf dem Platz gestanden haben. Vielleicht hätte eine als Erste getarnte Holstein-U23 spielen müssen, um mit einem deutlichen Sieg im Bereich zwischen 6:0 oder 8:1 so etwas ähnliches wie ein "oho!" oder ein "geht da doch noch was?" zu bewirken.
Und so wird allen öffentlichen Statements zum Trotz das Auswärtsspiel in Sandhausen von vielen Holsteinfans auch nur noch als so etwas ähnliches wie ein Testspiel wahrgenommen. Der eine Teil der Spieler wird sich vermutlich in den verbleibenden Spielen für neue Vereine präsentieren wollen, während der interessantere Teil hoffen mag, die gestoppten Vertragsverhandlungen mögen noch zu einer Perspektive bei Holstein in Liga 4 führen. "Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist aufgrund der anhaltenden schlechten Ergebnisse angespannt" wird Wück im Vorbericht von KIELerLEBEN zitiert. Man hört mittlerweile aber auch, dass in der Mannschaft, die in dieser Saison zumindest außerhalb des Platzes funktionierte, darüber hinaus die Stimmung schlecht wäre - Auflösungerscheinungen?
Falls Trainer Wück tatsächlich noch an den Klassenerhalt glauben sollte, wie in diversen Vorberichten kolportiert wird, so wäre er vermutlich ziemlich allein auf weiter Flur. Mittlerweile wird es nicht wenige Holsteiner geben, die sich statt einem "rechnerisch ist noch alles möglich" eine klare Kante und ehrliche Ansagen der Verantwortlichen bei Holstein, wohin die Reise gehen wird, wünschen.
Den schätzungsweise 10-20 Kieler Auswärtsfahrern in Sandhausen wünscht der Schreiber hingegen, dass in Sandhausen zumindest das Stadionacatering stimmt, wenn sich Holstein die nächste 0:3-Auswärtsklatsche abholt.
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