Autor: n.h.
Man stelle sich vor, dass bereits beim Einstimmen des Orchesters an einem Konzertabend aus dem Publikum Meckerer zu hören wären, dass sich der eine Cellist anhöre wie ein ungeöltes Scheunentor oder zehn Plastiktröten auf einem Kindergeburtstag ein Wohlklang im Vergleich zu den Blechbläsern wären. Ganz abgesehen von der totalen Graupe als Dirigenten.
OK, der Vergleich hinkt, da die ersten beiden Spieltage bereits Teil der Symphonie "Dritte Liga" waren. Aber trotzdem: der "Dirigent" Falko Götz spricht seit Wochen davon, dass die ersten vier bis fünf Spieltage noch als Teil der Vorbereitung angesehen werden müssten und warb auch auf dem Fanabend um Geduld, dass nicht alles sofort klappen könne. Und die ersten beiden Spiele sind bekanntlich eher knapp als kläglich in die Hose gegangen.
Was aber rein garnicht geht:
Bereits nach zwei Liga-Pflichtspielen auf bestimmte Spieler einzuprügeln, namentlich Fiete Sykora oder Francky Sembolo, wie teilweise in den "einschlägigen" Diskussionsforen geschehen. Beide Holstein-Stürmer haben bereits im Holsteinstadion bei Pflichtspielen getroffen (wenn auch leider bisher nur in Spielen GEGEN Holstein) und werden sicherlich auch in den verbleibenden 36 Spielen netzen. Wirklich mies ist der Vergleich zu Thomas Neubert, der seinerzeit als Top-Verdiener des gesamten Abstiegskaders kein einziges Mal bis zum Ende der Saison traf. Natürlich wird es auch hier wieder neue Neubertwitze zu lesen geben, falls er zufällig mal wieder in der gleichen Liga wie Holstein versagen spielen sollte. Ob es aber zu besseren Leistungen unseres AKTUELLEN Kaders führt, wenn die eigenen Anhänger nach kürzester Zeit bestimmte Teammitglieder schlecht reden oder schreiben? Zumindest der Schreiber findet das nicht.
Und auch Falko Götz lässt keine Zweifel aufkommen, dass er personell seiner jetzigen Abteilung Sturm-und-Drang vertraut. Beim Pressegespräch am Donnerstag für das Brauschweig-Spiel bezeichnete er die vom KN-Kollegen gestellte "Stürmerfrage" als "Luxusproblem", da er die Qual der Wahl zwischen mehreren geeigneten Kandidaten habe (mit Guscinas als Joker). Sykora wird trotz einer leichten Entzündung im Abduktorenbereich spielen können, Sembolo fliegt erst am Sonntag für vier Tage zu einem Freundschaftsspiel der kongolesischen Auswahl nach Marokko (steigt Donnerstag wieder ins Training ein). Kopfzerbrechen bereite derzeit das Mittelfeld, wo mit Alexander Nouri und Hauke Brückner zwei wichtige Akteure ausfallen werden.
Was den Stand des Trainings angeht, so sei das Thema Fitness bereits abgeschlossen, es werde aber noch an der Feinabstimmung und Taktik gearbeitet. Die Testspiele gegen den Wiker SV (14:1) oder gegen Eutin 08 (6:0) wären für das trainieren von Abschlüssen hilfreich gewesen. In Hinsicht auf das kommende Braunschweig-Spiel ließ sich Götz außer relativ allgemeinen Aussagen ("Wir wollen nicht ins offene Messer laufen", "Wir wollen mit Mut nach vorne spielen") gegenüber den Pressevertretern nur wenig in die Karten schauen. Angesichts der Verletztenliste habe er noch nicht entschieden, mit welchem System gespielt wird.
"Wir haben viele Blumen bekommen, aber keine Punkte" -...- "streichen Sie das mit den 'Blumen' und schreiben Sie lieber 'Anerkennung'" um am Ende dann ironisch "Wir sind keine Gärtnerei!" in die Blöcke der Schreiberlinge zu diktieren: Die gute Laune des Trainers am Donnerstag kann sich gerne auf die 300-350 erwarteten Holsteinfans in Braunschweig übertragen, und zwar über das Spiel hinaus. Der Schreiber tippt, dass es in Braunschweig keine stachligen Blumen für Holstein geben wird - aber dafür werden das erste Ligator und der erste Ligapunkt nach einem kämpferischen Spiel für gute Stimmung auf dem Heimweg sorgen.
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