Autor: n.h.
Es ist nicht gerade einfach, angesichts des Saisonverlaufs im Allgemeinen und den beiden letzten Spielen von Holstein im Besonderen vor Optimismus und guter Laune zu sprühen, insbesondere wenn einem zusätzlich noch der lange Winter im Allgemeinen und ein nasskalter Donnerstag im Besonderen so richtig auf den Keks gehen. So kann man Thorsten Gutzeit ohne jegliche Ironie dazu beglückwünschen, dass er beim Pressegespräch am Donnerstag zwar nicht unbedingt vor guter Laune sprühte, aber immerhin glaubhaft so etwas wie Zuversicht und Optimismus verbreiten konnte. So bekräftigte er die bereits am Vorabend in Wilhelmshaven gemachte Aussage, dass er zufrieden war, dass man kein Tor kassiert habe - "das Defensiverhalten war in Ordnung". Was bei manch einem Fan - durchaus nachvollziehbar - angesichts sehr niedrig erscheinender Ansprüche ein wenig schräg rüberkommt, kann man eben auch als eine realistische, ungeschminkte und ehrliche Einschätzung nehmen. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Gutzeit ist nicht Götz oder Guttenberg, und das ist auch gut so.
Wenig personelle Änderungen hat es in den letzten Spielen - inklusive Red Bull - gegeben, man sei dabei sich einzuspielen, wobei eben die Defensive bereits gut davor sei, aber die Offensivabteilung noch zu verkrampft und unbeständig agiere. Marc Heider mit einem Riesenspiel in Leipzig und weniger guten Spielen danach sei dafür ein klassisches Beispiel.
Fußballerisch vergleichsweise stärkere Gegner wie Hertha2 und HSV2 liegen dem Holsteinteam aus Gutzeits Sicht mehr als stark defensiv ausgerichtete Teams wie Wilhelmshaven oder Plauen - mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf wohl keine falsche Aussage.
So wird man denn Ende März, nach vier Spielen in 15 Tagen, klüger sein, ob das erklärte Saisonziel, unter die TOP5 zu kommen, noch erreichbar sein wird, "bis dahin helfen Rechenspiele nicht weiter". Leider wird der Langzeitverletzte Tim Wulff bis Ende März auch nicht weiter helfen können, aber immerhin werde er voraussichtlich nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und wohl in 2-3 Wochen zumindest Kurzeinsätze in der U23 bestreiten können.
So bleibt immer noch die Hoffnung, dass sich das Holsteiner "Nachwuchsteam" mit seinem zu Saisonbeginn von Fanseite mit Vorschusslorbeeren bedachten Kieler Trainer bis zum Saisonende doch noch achtbar aus der Affäre zieht. Der Hamburger Vorortclub, der derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz ist und unangenehmerweise in Gesprächen immer wieder als leuchtendes Beispiel für eine erfolgreiche Aufbauarbeit gesehen wird, wurde übrigens letzte Saison 9.
"Der Wille ist da" meint der Trainer mit Blick auf die Einstellung der Mannschaft, und man müsse derzeit von Spiel zu Spiel schauen. Der Holstein-Block.de-Schreiber versucht es dieses Mal auch mit gutem Willen und Optimismus und tippt auf ein gutes 2:0 gegen Hertha. Und wenn dann noch die Vorhersage vom NDR-Wettermann Meeno Schrader mit Temperaturen von bis zu 14 Grad am Wochenende eintreffen sollte, dann würde es sogar noch mit der guten Laune klappen.
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