Autor: mvo
 Bild: calcio-culinaria.de Die letzten Spiele waren grausam. Die letzten Spiele kosteten Nerven. Und die letzten Spiele machten Angst, dass einem alles in drei Wochen schon egal sein könnte. Der Tiefpunkt folgte letzten Spieltag, wieder einmal ein wichtiges Spiel beim Landesrivalen verloren, von Aktionen nach dem Spiel gar nicht zu sprechen.
Gerade das 1:1 im Hinspiel, wo man mit Mühe und Not wenigstens einen Punkt aus Sachsen-Anhalt entführen konnte, machte da nicht gerade Mut für das Spiel gegen den FC, was sich in den ersten Minuten auch zeigen sollte. Holstein ohne Jürgensen und Wetter, der bei allem Respekt in den letzten Spielen nicht gerade durch Durchsetzungsvermögen und Technik brillierte, dafür ein gewisser Dan-Patrick Poggenberg, der in den Pokalpartien stets überzeugte. Dennoch das gleiche Bild:
Holstein mit vielen Fehlern im Spielaufbau, irgendwie fand
man sich in der gleichen Gemütslage wie beim Duell mit Hannovers Vorstadt
wieder. Die KSV zwar mit einigen guten Aktionen nach vorne, richtig zwingend
war dies aber nicht. Magdeburg dafür mit überraschender Gegenwehr und einige
Male gefährlich in der Hälfte, wo diesmal Marco Steil im Abwehrverbund den
Vorzug erhielt. Dennoch auch keine richtigen Chancen für die Gäste, auch wenn
dies der MDR in seinem kleinen Spielbericht traditionsgemäß etwas anders sah,
aber für eine Überlegenheit waren beide Mannschaften in Halbzeit eins einfach
zu schlecht, Morten Jensen der einzige, der eine gewisse Ruhe ausstrahlte.
 Bild: calcio-culinaria.de Torlos gings in die Pause, welche es allerdings in sich hatte und somit den
vorläufigen Höhepunkt des Stadionbesuchs darstellte. Ohne Notiz der zahlreich
anwesenden Polizei (danke, dass man selbst überall auch mit unter 100 Leuten
stets kritisch beäugt wird) konnten einige der 300 Gäste Tore zum Innenraum
aufbrechen und sich einem Teil einer Fahne bedienen. Das Ganze dauerte eine
Weile, bis die über das ganze Feld geeilte Polizei die Situation unter
Kontrolle hatte.
Ein paar Festnahmen später dann die nächsten 45 Minuten.
Holstein nun besser, der Ball lief, wurde aber zum Leitwesen der Zuschauer oft
durch den nicht immer souveränen Schiedsrichter zu Gunsten der Gäste
unterbrochen. Endlich verlagerte Holstein mal das Spiel, was so besonders auch
Poggenberg und Lindner phasenweise glänzen ließ und auch Marc Heider ließ mal
wieder Durchsetzungsvermögen aufblinken. Eine Viertelstunde vor Schluss dann
mal ein gegebener Vorteil vom Unparteiischen, Wetter-Ersatz Poggenberg (oder
doch viel mehr viel geforderter Rückkehrer?) aus 11m zum 1:0 ins Gehäuse.
Aufstiegschance wieder da, so schnell geht das. Und irgendwie kam man sich
selbst ein wenig bescheuert vor, sich beim Führungstreffer gegen einen
eigentlichen Absteiger (Danke für die Reform!) in den Armen zu liegen. Sei’s
drum, Holstein nun aggressiv in den Zweikämpfen und kurz vor Schluss mit einem
Strafstoß, den hatte man in der laufenden Saison ja schon oft gebraucht, um mal
in die Gänge zu kommen. Kazior läuft an, schießt rechts oben vorbei. Wieder der
Knöchel wie in der Hansestadt? Ein paar Minuten später war Schluss in Kiel, bei
schönem Wetter dreckig gewonnen. Nächstes Wochenende dann ein Besuch in der
Hauptstadt, gegen die Zweite der gebeutelten Hertha. Auf geht’s Holstein!
*Übrigens ein Slogan der FDP vor einigen Jahren. Vielleicht ganz
passend, Subventionen braucht man in gewissen sächsischen Städten nicht mehr,
dennoch darf Holstein die 5-prozent-Hürde, pardon, Aufstiegshürde gerne
schaffen.
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