Autor: n.h.
 Stadion Rote Erde neben dem Westfalenstadion Der Ursprung des Brauchs, am Vorabend des Nikolaustages Schuhe vor die Tür zu stellen, die dann am nächsten Morgen mit Geschenken befüllt sind, geht auf eine Legende zurück. Demnach warf der Heilige Nikolaus von Myra den drei "jungfräulichen" Töchtern eines armen gottesfürchtigen Mannes drei Klumpen Gold durch den Kamin, die dann in die zum Trocknen aufgehängten Socken fielen. Die Töchter hatten somit genug Mitgift und mussten gottlob nicht anschaffen gehen.
Am Nikolaustag 2009 wird die KSV nun definitiv nicht nach Dortmund fahren, um dort drei Goldstücke zu lassen. Und man kann sowieso bei der Dortmunder U23 nicht von Unschuld reden, wenn man sich die Saison 06/07 ins Gedächtnis zurückruft - da machte der profi-verstärkte Nachwuchs nämlich etwas mit der KSV, das sich auf "Lars RICKEN" reimt, aber hier nicht ausgesprochen wird, da eventuell auch Erwachsene mitlesen. Und seit dem Börsengang im Jahr 1999 geht die Borussia im übrigen eh schon anschaffen, insofern wären da karitative Bemühungen á la Nikolaus sowieso vergebliche Liebesmüh.
Und auch die Herangehensweise von Trainer Wück, die dieser am Donnerstag vor der Presse vertrat, hat weniger damit zu tun, den Dortmundern die Schuhe mit Geschenken zu befüllen. Stattdessen soll durch ein von Anfang an dominantes Auftreten der Kieler Elf dafür gesorgt werden, dass der gelb-schwarze Nachwuchs die Hosen voll bekommt.
"Wir wollen das Spiel mit aller Macht gewinnen" - die Zielvorgabe für den bereits am Samstag mit dem Bus nach Dortmund startenden Holstein-Tross ist eindeutig. Dabei wird der KSV mit dem Tabellenletzten ein völlig anderer Gegner als dem VfL Osnabrück gegenüber stehen. Die Platzverhältnisse im Stadion Rote Erde werden möglicherweise aber noch schlechter sein als zuletzt im Holsteinstadion - die 100-150 erwarteten Gästefans sollten also nicht ihre Ansprüche zu hoch hängen, was technische Finessen im Spiel angeht.
Stattdessen sind Kampfschwein-Qualitäten gefragt, und da könnte ein genesener Sven Boy eine gute Alternative in der Startelf sein, während die "Leistungsträger" Peter Schyrba und Tim Jerat gelbgesperrt ausfallen. Aber auch Christian Jürgensen, Tim Siedschlag und Holger Hasse werden dem Kader wieder angehören und haben eventuell "die Chance, zu glänzen" (Wück).
Was die mit einer Spitze spielenden Dortmunder angeht, so rechnet der Trainer kaum mit Überraschendem. Er habe Dortmund bereits vor seiner Holsteiner Zeit beobachtet und das KSV-Scouting um Carsten Wehlmann und Jan Sandmann kenne Dortmund "in- und auswendig".
Und so möchte der Schreiber die Aufmerksamkeit dann von dem Nikolausbrauch mit den Schuhen weglenken und auf die katholische Tradition der "Namenstage" hinweisen, die teilweise größere Bedeutung haben als die Geburtstage. Und da ist für alle Katholiken, die Nikolaus, Klaus oder andere abgeleitete Namen haben, der 6. Dezember eben ein doppelter Feiertag. Da der Schreiber in der Tat tatsächlich die formellen Namenstags-Vorraussetzungen voll erfüllt, wird die Feier eben darin bestehen, dass die KSV dieses Mal im Doppelpack trifft, während sich die Borussen draußen vor dem großen Stadion die Füße platt stehn.
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