Autor: n.h.
 Fehlt nur noch der Zucker ...! "Ich habe das zur Kenntnis genommen" - leicht schmunzelnd berichtete Trainer Wück vor Beginn des Pressegesprächs am Donnerstag, dass er es am Abend zuvor bei einem Vereinsessen doch ein wenig "überraschend" fand, dass man in Schleswig-Holstein Grünkohl mit Zucker essen würde.
Wer das Pressegespräch aufmerksam weiter verfolgt hat, wird unschwer den Bogen zwischen Holsteiner Grünkohl und dem nächsten Heimspielgegner Erzgebirge Aue spannen können: Wück sprach von Aue als einem Team, dass Spielmacher mit Ideen habe, das sehr schnell nach Balleroberung umschalten würde und eben auch für "überraschende" Aktionen gut sei.
Leider könnte sich die erzgebirgische Ballkunst als weniger bekömmlich für Holsteiner Mägen erweisen als das norddeutsche Traditionsgericht (mit karamellisierten Kartoffeln, mmmmmmmmh), wie bereits schon das letzte Spiel in München besonders für die mitgereisten Schlachtenbummler nur schwer verdaulich war.
Im Anschluss an die München-Partie, so wurde von Fanseite berichtet, habe es hitzige Diskussionen mit Spielern am Zaun gegeben, wobei anscheinend auch von Spielerseite nicht nur schlaue Beiträge kamen. Ein öffentlicher Fanabend im November, wie von den Fanbeauftragten bereits Anfang Oktober angeregt, wäre sicherlich eine gute Gelegenheit gewesen, jenseits von erhöhtem Adrenalin- und Alkoholpegel für gegenseitiges Verständnis und hoffentlich einen Schulterschluss zu sorgen. Leider wurde das vereinsintern - an den FBs vorbei - vergeigt. Schade eigentlich.
So bleibt die Hoffnung, dass die Ansprachen des Trainers in der Woche gegenüber der Mannschaft positive Wirkung zeigen und auch das Kieler Publikum dem nur noch knapp über dem Strich stehenden blau-weiß-roten Team eine Bewährung gibt, die dann durch Leistung gerechtfertigt wird. "Wir spielen nicht absichtlich schlecht" war am Donnerstag von Wück zu hören und kündigte an, man werde eine "andere Mannschaft" als in München auf dem Platz sehen. Wie die Veränderungen aussehen werden? - "Lassen Sie sich überraschen".
So hofft der Schreiber, in diesem Überraschungs-Au-Ei mögen endlich wieder drei Punkte für Holstein drinstecken und nicht nur ein weiterer komplizierter Bausatz mit elf Einzelteilen. Denn eins ist klar: Ein Holstein-Heimspiel ohne Sieg ist wie Grünkohl ohne Zucker.
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