Autor: n.h.
Auf dem Hinweg nach Projensdorf längs der Kieler Innenförde schien noch die Sonne, auf dem Rückweg vom Donnerstags-Pressegespräch war der Himmel bereits grau und eine ziemlich frische Brise aufgezogen - erste Vorboten des Sturmtiefs "Carmen", das Kiel seit Donnerstagabend mit Schmuddelwetter im Griff hat. Das Wetter ist derzeit so unbeständig wie die Leistungen der ersten Herrenmannschaft der KSV Holstein, wobei der große Unterschied darin besteht, dass sich das Wetter relativ sicher vorhersagen lässt, während Holsteinspiele vermutlich nicht einmal von Fußballgenie Paul richtig getippt werden würden - wenn er denn noch leben würde.
Die mangelnde Konstanz des Holsteiner Teams war dann auch das bestimmende Thema beim Pressetermin mit Trainer Thorsten Gutzeit für das Spiel gegen Eintracht Braunschweig 2.
Der Trainer nannte dann auch nicht eine mögliche Erklärung für das Auf- und Ab bei Holstein, sondern eine Reihe von Ursachen. Der neu zusammengestellten Mannschaft mit einigen Akteuren, die das erste Jahr im Herrenbereich spielen würden, fehle noch Erfahrung. Bei fast jedem Spiel seien "Ausfälle" in Form von 2-3 Spielern zu beklagen, die ihr Leistungspotenzial nicht voll ausschöpfen würden, sei es aufgrund von Formschwäche, teils auch verletzungsbedingt, teils aufgrund mangelnder Willensstärke. Auch in Hinblick auf die Erfahrenen im Kader vermisst Gutzeit derzeit Spieler, die auch in der Lage sind, ein Spiel herumzureißen und zu entscheiden. Aber auch verletzungsbedingt musste die Mannschaft häufig umgestellt werden, wobei auch viele Auswechselungen während der Spiele weniger taktisch motiviert waren, sondern eben auch unfreiwillig aufgrund von Verletzungen waren. Etwas ratlos zeigte sich der Trainer, dass es im Training bei Übungsspielen mitunter härter und engagierter zur Sache gehe als später in den Punktspielen - am besten, so Gutzeit ironisch, man würde gleich einen Krankenwagen beim Training dabei haben.
Mit Braunschweig II erwarte man einen Gegner, der trotz ähnlicher Tabellensituation "ein anderes Kaliber" als Türkiyemspor oder Havelse sei, da unter Vollprofibedingungen ausgebildete Spieler in der Regel in Sachen Technik und Schnelligkeit Vorteile hätten.
Was wird also an diesem Sonntag aus der Wundertüte Holstein hervorgezaubert werden? Da bisher schon alles dabei war, vom Auswärtssieg gegen den Spitzenreiter über den Kantersieg bis hin zum kläglichen Scheitern gegen "Loser", tippt der Schreiber, dass dieses Mal die Überraschung sein wird, dass es in Bezug auf die Tabelle keine Überraschung geben wird und in einem dreckigen Kampfspiel Braunschweig mit 1:0 nach Hause geschickt wird - sofern "Carmen" überhaupt eine Austragung des Spiels im Holsteinstadion - mangelhafte Drainage - zulässt.
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