Autor: n.h. Der Blick auf die Tabelle der Regionalliga Nord gleicht nach Lübecks 0:3 Heimniederlage gegen Erfurt einem Deja Vu: Exakt 17 Punkte holte der VfB Lübeck in 16 Spielen am 17. Spieltag. Genau diese mickrige Bilanz hatte Holstein just nach dem 17. Spieltag der vergangenen Saison aufzuweisen. Und selbst mit insgesamt vier Übungsleitern, der drittbesten Rückrundenbilanz und 48 Punkten konnte Holstein seinerzeit das rettende Ufer des 14. Platzes nicht mehr erreichen. Die jetztige Lübecker Zwischenbilanz lässt den Klassenerhalt - 10. Platz aufwärts - zum heutigen Zeitpunkt noch ferner erscheinen.
Um beim Vergleich zu bleiben: Holstein setzte Trainer Neubarth bereits am 10. Spieltag nach einer 0:3 Heimpleite gegen die Zweitvertretung aus Leverkusen vor die Tür, Lübecks Coach Uwe Erkenbrecher durfte nach dem 13. Spieltag gehen. Wenn man die jeweils ersten beiden Spiele der Nachfolgetrainer vergleicht, ist der Start von Uwe Fuchs in Lübeck noch gründlicher daneben gegangen als der von Stefan Böger in Kiel. Während unter Fuchs 0:4 Tore und 0 Punkte zu Buche stehen, waren es bei Böger 1 Punkt und 2:3 Tore.
Es gibt allerdings auch Unterschiede:
Während In der Kieler Abstiegssaison die Zuschauerzahlen trotz
Misserfolg nicht einbrachen und kein Spiel von weniger als 3000
Zuschauern verfolgt wurde, wollten das Heimdebüt von Uwe Fuchs nicht
einmal 2900 Zuschauer sehen. Und im Lübecker Fanforum macht sich
bereits Angst breit, dass mit dem Abstieg in die vierte Liga nicht das
Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte. Der Verein ist finanziell
angeschlagen - Schulden bei der Stadt wurden bereits mehrfach
gestundet. Während bei Holstein die Finanzen in guter Ordnung waren und
die Hauptsponsoren bereits bevor der Abstieg feststand signalisert
hatten, dass sie weiterhin zum Verein stehen würden, könnte die
Situation in Lübeck weitaus problematischer werden.
Bei aller Schadenfreude und Häme, die man als Holsteiner am Ende der
letzten Saison aus Lübeck zu hören bekam, wäre es natürlich
trtzdem bedauerlich, wenn die langjährige Nummer Zwei des Fußballs in
Schleswig-Holstein völlig unter die Räder käme.
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